Samstag, 20. November 2010

Kameratest: Canon Powershot S95


Auch wenn die F200EXR eine sehr gute Kompaktkamera ist, bin ich doch immer auf der Suche ob sich nicht etwas besseres findet. Auch wenn ich mit der Kombination S95 / sx210 keine Kamera mehr für den Bereich unter 28mm Brennweite hätte, gab ich der S95 einen Versuch. Das Ergebnis vorab: nur in ganz wenigen Situationen konnte sich meine bisherige Fujifilm Finepix F200EXR gegen die S95 durchsetzen.

Bedienung
S95 ISO500
Die S95 ist zunächst einmal sehr schnell. Nach dem Druck auf den Einschalter ist sie nach rund einer Sekunde bereit, was für eine Kompakte ein hervorragender Wert ist. Die F200EXR ist da merklich gemächlicher, genehmigt sich für den gleichen Prozess knapp 3 Sekunden.
Das bewährte Canon Bedienkonzept wurde erweitert um den vorderen Einstellring rund um das Objektiv, vergleichbar mit dem Blendenring älterer SLR-Objektive. Die damit zu steuernde Funktion ist über den ‘Ring Function’ Knopf auf der Oberseite belegbar. Ich habe die Belichtungssteuerung darauf gelegt. Im Zusammenspiel mit dem Live-Histogramm im Display lässt sich damit schnell die Belichtung anpassen, ohne durch irgendwelche Menüs navigieren zu müssen.
Erfreulicherweise ist Canon beim Schnellmenü (Func. Set) zu der alten, guten Bedienbarkeit zurückgekehrt, die man von älteren Canon-Modellen wie der Ixus 960/980 oder G10/11 kennt. Rauf/runter wählt den Parameter aus und links/recht stellt den Wert ein. Das neue Menü der sx200/210, welches wahrscheinlich etwas poppiger aussehen soll, aber im Endeffekt deutlich fummeliger und langsamer zu bedienen ist, bleibt somit S95-Nutzern erspart. Zu hoffen wäre, dass Canon komplett wieder auf dieses Menü wechselt, aber möglicherweise bekommen auch nur die High-End Kameras das alte Menü zurück.
Der Blitz der S95 fährt an der linken Oberseite aus dem Gehäuse heraus, aber im Gegensatz zur sx200/210 nur dann wenn er auch wirklich eingeschaltet wurde.
Die S95 ist extrem klein, passt problemlos in die Hosentasche, fühlt sich dabei aber extrem wertig und stabil an. Zur besseren Handhabung empfehle ich zusätzlich ‘Richard Franiec's Custom S95/S90 Grip’, damit lässt sich die kleine S95 noch einmal wesentlich besser halten.

Bildqualität
Eines der Highlights der S95 ist das lichtstarke Objektiv, ein wesentlicher Vorteil gegenüber der F200EXR. Mit einer Anfangsblende von f2.0 im Weitwinkel, ist es gut 1,5 Blendenstufen lichtstärker als das der F200EXR. In der Praxis heisst das, daß die S95 noch bei ISO320 bleiben kann wenn die F200 schon auf ISO800 gehen muss. Hier bewährt sich auch, dass die S95 auch die drittel ISO-Stufen beherrscht, während die F200 nur die ganzen Stufen kennt. Nebenbei verfügt die S95 über eine richtige Irisblende und bietet damit die Möglichkeit, in feinen Stufen abzublenden, während die F200 nur die Möglichkeit hat, einen ND-Filter einzubringen was man aber tunlichst vermeiden sollte da die Bildqualität sichtlich darunter leidet.
Die S95 besitzt einen mit 1/1,7’’ Durchmesser sehr grossen Sensor für eine Kompaktkamera. Nach der von Canon angeführten Megapixel-Hatz beschränkt sich die S95 erfreulicherweise auf sinnvolle 10 Megapixel. Das allein beschert ihr schon eine gute High-ISO Tauglichkeit. Aber auch schon bei unproblematischen Lichtverhältnissen kann sich die S95 schon deutlich von einer typischen Superzoom-Kompaktkamera wie der SX210is mit ihrem 1/2,33’’-Sensor absetzen. Die S95 Gehört von der Bildqualität in die Spitzenklasse der Kompaktkameras, in der sich nur wenige Konkurrenten tummeln wie die LX5, EX1 oder G11.


Ein weiterer Vorteil der S95 ist die Unterstützung für das RAW-Format, auf das sich S95-Besitzer unbedingt einlassen sollten. Auch wenn die JPEG’s der S95 für eine Kompakte eine hervorragende Bildqualität bietet, so stecken in den RAW’s noch reichlich Reserven auf die man bei Verzicht auf das RAW-Format ungenutzt verschenken würde. Canon liefert zur Bearbeitung der RAW’s die hauseigene Software Digital Photo Professional (DPP) für Mac und PC bei, mit der sich sehr gute Resultate erzielen lassen. Mein persönlicher Tip wäre aber, statt DPP Adobe Lightroom zu nutzen. Die RAW-Verarbeitung ist damit genau so einfach einfach wie die Bearbeitung von JPEG’s und Adobe’s Voreinstellungen für die S95 sind so gut, dass normalerweise nur wenig Nachbearbeitung notwendig ist. Und auch ohne spezielle Anpassungen sehen die mit Lightroom entwickelten RAW’s in der Regel auf Anhieb besser aus als die JPEG’s out-of-camera. Was man durch die RAW-Verarbeitung gewinnt, ist auch ein gesteigerter Dynamikumfang. Die S95 hat lt. Digitalkamera.de einen Dynamikumfang von 8,9 Blendenstufen, was für eine Kompakte schon sehr gut ist. In RAW lässt sich da gut noch eine Blendenstufe mehr herausholen, es ist schon beeindruckend wie viel Details sich noch aus den Highlights retten lassen, selbst in den dunklen Bildanteilen steckt noch sehr viel Detail.

Auch die Rauschunterdrückung bei höheren ISO’s lässt sich bei der RAW-Entwicklung sehr viel gezielter einsetzen. Und damit erhält man mit der S95 eine Kamera die selbst mit ISO1000-1250 noch nutzbare Resultate abliefert, sofern man diese nicht in Posterformat drucken möchte. Noch einmal zum Vergleich: in einer Situation, bei der die S95 bei f/2 ISO1000 wählen würde, müsste die F200 mit f/3,3 auf ISO3200 gehen. Und während die ISO1000 aus der S95 bei entsprechender RAW-Entwicklung noch durchaus nutzbare Resultate ergeben können, sind die ISO3200 der F200 keine Option.

Indoor Spielpark
Und genau hierdurch konnte ich mit der S95 Aufnahmen machen, die mir bislang noch mit keiner Kompakten gelungen waren. Mit den Kindern sind wir häufiger in einem der beliebten indoor-Spielparks. Um die tobenden Kinder abzulichten, benötigt man schon Belichtungszeiten von höchstens 1/100 sec, besser noch 1/125. Dank ihrer lichtempfindlichen Optik schafft es die S95, bei den dort vorherschenden Lichtverhältnissen noch bei ISO1000 zu bleiben. Die F200, genauso wie jede andere f/3,x Kompaktkamera, wäre dort mit ISO3200 hoffnungslos überfordert. Somit konnte ich dank der S95 erstmals brauchbare Bilder aus einem indoor-Spielpark mit nach Hause nehmen.

Video
Auch wenn sie keine Video-Expertin ist, so liefert die S95 recht anschauliche Videos in 720p ab. Auch hierbei kommt ihr wieder ihr grosser Sensor mit den entsprechend grossen Sensorpixeln zugute. Dadurch kann die S95 auch bei schwachen Lichtverhältnissen noch brauchbare Videos abliefern. Sogar Zoom bei Video ist möglich, wenn auch nur digital, aber immerhin verlustfrei. Die S95 benötigt für 720p nur ca. ¼ ihrer Sensorfläche. Somit entsteht dadurch, ob nun der gesamte Sensor oder nur die inneren 720*1280 Pixel genutzt werden ein Zoomfakor von ca. 4x, der völlig geräuschlos genutzt werden kann.
Beispielbilder Canon Powershot S95
Fazit
Die Canon Powershot S95 liefert eine hervorragende Bildqualität für eine Kompaktkamera. Dabei ist die S95 so klein, dass man sie immer dabei haben kann. Sie passt sogar noch bequem in die Hosentasche. Ihre direkten Gegner Panasonic Lumix LX5 und Samsung EX1 sind doch schon merklich größer und benötigen die Jackentasche. Dazu besitzt sie hervorragende High-ISO Qualitäten, welche aufgrund der lichtempfindlichen Optik nicht so oft gefordert werden. Ergänzt werden diese Qualitäten noch durch das sehr gute Canon-Blitzsystem. Dieses erhält noch relativ viel von der Lichtstimmung des Motivs, nach meiner Meinung hat Canon in der Kompaktklasse das beste Blitzsystem. Das zusammen macht die S95 zu einer immerdabei-Kamera, die auch bei schlechteren Lichtverhältnissen noch dort sehr gute Ergebnisse liefert, wo die meisten Kompaktkameras aufgeben müssen.
Die S95 ist der perfekte Begleiter für Anlässe, bei denen man keine große Kamera mitschleppen, aber trotzdem sehr gute Bilder machen möchte. Bei einfachen Lichtverhältnissen ist sie ohnehin sehr gut. Die S95 verdient eine klare Kaufempfehlung.

Freitag, 29. Oktober 2010

Testbericht Fujifilm Finepix F300EXR

Nachdem die Samsung WB2000 eine Enttäuschung war, rückte die Canon S95 wieder ins Zentrum meines Interesses. Allerdings hätte ich mit der Kombination S95 und meiner bewährten SX210is keine Kamera mit mehr als 28mm Weitwinkel. Ausserdem nutze ich gerne Kameras unterschiedlicher Hersteller, um einen Vergleich zu haben und nicht markenblind zu werden. Auch wollte ich ungern ganz auf eine Kamera mit Fuji's EXR-Technologie verzichten, der Vorteil beim Dynamikumfang ist schon groß.
Passenderweise brachte Fujifilm gerade die F300EXR auf den Markt, welche von der Spezifikation her einen großartigen Eindruck macht. Wenn diese in der Lage wäre, bei mir die Canon SX210 zu ersetzen, könnte ich die F200 gegen die S95 tauschen und hätte trotzdem noch eine Kamera mit EXR-Technologie und sogar eine mit 24mm Anfangsbrennweite.
Im Netz wurde die F300EXR aber eher niedergemacht, da Fuji diese nicht nur als Nachfolger für die F70/F80 positioniert, sondern auch für die F200. Viele Freunde der F200 hätten sich sicherlich eine nur behutsam verbesserte Nachfolgerin für die F200 gewünscht. Daher war bei vielen die Enttäuschung groß.
Unabhängig von der für viele ungeklärten Nachfolge für die F200, hat Fujifilm mit der F300EXR aber schon sehr viel richtig gemacht. Das beginnt mit dem Gehäuse. Obwohl es komplett aus Kunststoff ist, wirkt es wertig und liegt sehr gut in der Hand. Das schräg gestellte Einstellrad lässt sich gut bedienen. Zusätzlich hat Fujifilm um die Einstellwippe ähnlich wie bei vielen aktuellen Canon-Modellen einen Einstellring positioniert, welcher die Bedienbarkeit weiter verbessert. Auch hat das Gehäuse der F300 einen kleinen Handgriff aus rutschfestem Material und auf der Rückseite eine Daumenablage. Insgesamt ist die F300 erstaunlich handlich und gefällt mir in dieser Hinsicht besser als die SX210.
Ein wirkliches Highlight der F300 ist ihr Objektiv mit einer Brennweite von 24-360mm, mit dem man für den Großteil der fotografischen Situationen bestens gerüstet sein sollte. Leider scheint es bei Fuji wieder eine grössere Serienstreuung bei den Objektiven zu geben, denn im Netz tauchten wie schon bei der F70 und F80 wieder vermehrt Beschwerden über Ecken- und Randunschärfen auf. Meine F300 war jedenfalls diesbezüglich aber völlig in Ordnung.
Ein weiteres neues Feature, mit dem Fujifilm die F300 von der Masse abheben möchte, ist der Phasen-Autofocus, der bei ausreichend Licht den Kontrast-Autofocus ersetzt. Nun gehörte schon die F200 zu den Kompaktkameras mit dem schnellsten Autofocus, aber die F300 konnte in dieser Hinsicht noch mal zulegen und focussiert meistens noch schneller als die F200. Möglich wird dies durch einen neuen EXR-Sensor, der nun auch die Phasensensoren besitzt. Im direkten Vergleich mit der SX210 ist die F300 hier ganz deutlich im Vorteil. Auch bei spontanen Schnappschüssen sass der Fokus der F300 praktisch immer auf Anhieb und so schnell dass man es praktisch nicht mehr wahrnimmt. Die SX210 hingegen braucht dafür merklich länger und gerade bei Schnappschüssen von bewegten Objekten traf die SX210 nicht immer ins schwarze. Bei der F300 hatte ich bei hunderten von Aufnahmen genau eine einzige Fehlfokussierung, was für eine Kompakte ganz hervorragend ist.
Die F300 verfügt über einen im Gegensatz zu den Vorgängermodellen wesentlich verbesserten Bildschirm, der mit seinem hohen Kontrast und der geringen Blickwinkelabhängigkeit auch besser ist als das Gegenstück der SX210.

Der Zoommotor der F300 ist schnell und gut dosierbar. Überhaupt ist die F300 in jeder Situation schnell. Menü, Fokussierung, Zoom, Bildspeicherung: die F300 macht mit ihrer hohen Geschwindigkeit viel Freude. Das etwas altbackene Menü der Fuji’s wird zwar regelmässig kritisiert, mit der schnörkellosen Bedienung komme ich persönlich aber besser zurecht als mit der neuen Generation der Canon-Menüführung. Gerade das f-Tasten Menü bietet in jeder Situation direkt die sinnvollen Einstellungen an.
Bei der Bildqualität ergibt sich ein gemischtes Bild. Zunächst hat Fuji eine höhere Farbtemperatur gewählt, als bei den Vorgängern. Zwar gehören damit die teilweise blaustichigen Bilder der Vorgänger der Vergangenheit an, leider ist Fuji aber etwas über das Ziel hinaus geschossen und die Bilder werden nun manchmal etwas rotstichig. Die goldene Mitte wäre hier das Optimum gewesen, insgesamt gefallen mir die Farben der F300 aber besser als die der F200 und auch besser als die der SX210. Zwar lässt sich an der SX210 fast jeder Aspekt der Farben konfigurieren, dies muss das dann aber pro Situation immer mal wieder anpassen.
Leider auch über das Ziel hinaus geschossen ist Fuji mit der Rauschunterdrückung und baut behoben geglaubte Fehler wieder ein. Bei meinem Testbericht der Finepix F100fd hatte ich damals die übertriebene Rauschunterdrückung kritisiert, welche auch der Hauptgrund war weshalb ich sie zurückgab. Bei der F200 ging Fuji den umgekehrten Weg und setzte die Rauschunterdrückung für meinen Geschmack fast schon zu sparsam ein. Da die kleinen Fuji’s aber kein RAW liefern macht das Sinn, denn bei zu geringer Rauschunterdrückung kann man immer noch am Desktop nachbessern, was umgekehrt ja nicht möglich ist. Die Rauschunterdrückung der F300 ist noch stärker als jene der F100 und schlägt sogar schon bei ISO100 in den Schatten sichtbar zu. Ab ISO400 fällt die F300 dann noch mal deutlich ab, die Rauschunterdrückung schlägt hier gnadenlos zu, und liefert in Zusammenarbeit mit weiteren Bildoptimierungsverfahren einen sehr künstlich und überprozessierten Bildeindruck.
Beim Dynamikumfang schlägt dann dank EXR-Technologie die grosse Stunde der F300. Im direkten Vergleich mit der SX210 zeigt die F300 mehr Zeichnung sowohl in den Schatten, als auch in den Lichtern. Mit dem EXR-DR Modus hat Fuji ein echtes Alleinstellungsmerkmal.

Vorteile beim Dynamikumfang der F300 (links) vs. SX210 (rechts)
 

Auch den Bildstabilisator will Fuji verbessert haben, was bei einem Objektiv von dieser Brennweite im Telebereich auch notwendig ist. Von einer Verbesserung war aber wenig zu spüren. Bei Volltele gelang es mir zunächst überhaupt nicht, ein unverwackeltes Bild freihand zu schiessen. Zum Vergleich: mit der SX210 gelingen mir bei 392mm die meisten Bilder freihand bis zu ¼ Sekunde, ab ungefähr 1/16 sind dann mit der SX210 alle Bilder unverwackelt.
Erst mit Abschalten der Stabilisierung des Sucherbildes, gelangen die freihand Bilder bei Volltele bis ungefähr zu 1/60 Sekunde. Wenn das ausgleichende Element bereits für die Stabilisierung des Sucherbildes am Anschlag ist, verbleiben eben keine Reserven mehr um beim Auslösen noch weiter zu stabilisieren. Das können nicht nur Canon, sondern auch z.B. Panasonic deutlich besser, die im Gegensatz zu Fuji nicht den Sensor sondern das Objektiv stabilisieren.
Auch beim Blitzen macht die SX210 ein besseres Bild als die F300, bei der die Bilder immer etwas totgeblitzt aussehen. Nun blitzt die F300 nicht wirklich schlecht, aber die SX210 schafft es besser, auch bei Blitzbildern noch etwas von der vorhandenen Lichtstimmung einzufangen.
Die Videofunktionalität der F300 ist leider ein ganz dunkles Kapitel. Zwar zeichnet die F300 HD-Video mit 720p auf, die Videos sehen aber aus als hätte man die VGA-Videos der F200 einfach nur auf 720p hochgerechnet. Auch wird der Autofokus der F300 beim Filmen in der Bewegung und beim Zoomen nachgeführt, was allerdings so schlecht funktioniert, dass man die Funktion eigentlich überhaupt nicht bewerben dürfte. Der Motor des Objektivs arbeitet so laut, dass Fuji eine Option anbietet, das Mikrophon während des Zoomes abzuschalten weil man den Zoommotor ansonsten sehr laut in der Aufnahme hört. Nach dem Zoomen pumpt dann der Autofocus lange herum, bis er endlich wieder einmal scharf stellt, und auch das gelingt ihm dann nicht immer. Manchmal bleibt die Filmaufnahme auch fehlfokussiert und die F300 sieht keine Veranlassung, etwas daran zu ändern. Insgesamt lässt sich die Videofunktionaliät bei der F300 wie schon bei den vorherigen Fujifilm Kameras aus der F-Serie wieder nur als schwache Dreingabe bezeichnen.
 
High-ISO der F300 im Vergleich mit der SX210 (rechts)
 

Am Ende ist es enttäuschend, daß Fujifilm es trotz so vieler guter Ansätze nicht geschafft hat, daraus eine gute Kamera zu bauen. Was nützen das tolle Objektiv und der im Kompaktbereich einmalige Phasen-Autofocus, wenn die Software der Kamera im Postprocessing die Bilder verschlimmbessert. Bis ISO200 geht die Bildqualität noch in Ordnung, muss sich aber ausser beim Dynamikumfang der SX210 geschlagen geben. Dabei ist es mir unverständlich, warum die F300 solch starke Rauschunterdrückung betreibt. Im Vergleich zur SX210 besitzt sie einen größeren Sensor, auf dem sich eine etwas kleinere Pixelanzahl befindet. Die daraus grösseren Sensorpixel sollten einer Rauschneigung entgegenwirken. Haben sich bei Fuji die Liebhaber glattgebügelter Bilder durchgesetzt und betreiben die übertriebene Rauschunterdrückung ohne Not, oder ist Fuji mit seiner eigenen Sensorentwicklung dermassen weit hinter den Mitbewerb zurückgefallen, das die EXR-Sensoren trotz physikalisch besserer Vorraussetzungen bzgl. der Pixelgrösse so viel mehr Rauschen, dass diese extreme Rauschunterdrückung notwendig ist?
Mir kann die F300 meine SX210 auf keinen Fall ersetzen, schon alleine wegen der schlechteren Bildqualität, aber auch wegen des unbrauchbaren Videomodus’. Im Gegensatz zur WB2000 würde ich die F300 jetzt nicht als Totalausfall einstufen. Wer überwiegend bei Sonne fotografiert, wem der schnelle Autofokus, der hohe Dynamikumfang und das Objektiv mit einem unschlagbarem Brennweitenbereich mehr Wert ist als eine gute Bildqualität und wer den Videomodus nicht wirklich benutzt, der kann mit der kleinen Fuji recht zufrieden sein.
Wenn man aber überlegt, was bei den vielen guten Ansätzen aber aus der F300 hätte werden können, kann man nur sagen: schade Fuji, wirklich schade.

Montag, 18. Oktober 2010

Samsung WB2000 im Test

Durch gute Berichte in Foren bin ich auf die Samsung WB2000 aufmerksam geworden. Ein Weitwinkel von 24mm, dabei eine Eingangsblende von f/2,4. Der Sensor ist mit 1 / 2,33'' zwar so klein wie sonst die Sensoren bei Superzoom-Kameras, aber immerhin begrenzt Samsung die Auflösung auf 10mp. Und da es sich um einen Backlight Illumnated CMOS Sensor (BSI) handelt, bestand die Hoffnung dass er in Verbindung mit der lichtempfindlichen Optik ordentliche Lowlight-Fähigkeiten bietet. Dazu sind die CMOS-Sensoren wesentlich schneller, so daß Samsung mit HighSpeed Fähigkeiten wirbt, d.h. die Kamera ist in der Lage sehr viele Serienbilder in Folge aufzunehmen so dass man hinterher das beste aussuchen kann, was bei Sportaufnahmen natürlich sehr nützlich ist. Auch wird diese Eigenschaft benutzt, um direkt in der Kamera HDR (High-Dynamik-Range) Bilder zu erzeugen. Hierzu macht die WB2000 kurz nacheinander zwei Bilder in Folge mit unterschiedlicher Belichtung und rechnet diese zu einem zusammen um Motive mit starken hell/dunkel-Unterschieden korrekt abzubilden.
Das Metallgehäuse der WB2000 macht einen sehr wertigen Eindruck und ist sehr griffig. Als nette Spielerei hat Samsung zwei analoge Anzeigen für Batterie und Speicherplatz auf der Oberseite angebracht. Diese sind nicht wirklich nützlich, aber mir haben sie gut gefallen.
Die WB2000 nimmt sogar Full HD-Video in wirklich guter Qualität auf, und als Extra ist es sogar möglich, während der Videoaufnahme gleichzeitig in voller Auflösung Fotos zu schiessen. Die Videoqualität möchte ich als sehr gut einstufen.
Am Ende ist das entscheidende Kriterium bei einer Kamera aber die Bildqualität. Bei ersten Test unter unkritischen Bedingungen war die WB2000 noch unauffällig, nur eine im Vergleich zur F200 geringere Dynamik war leicht auffällig. Bei Aufnahmen mit Available Light, also bei schwachen Lichtverhältnissen ohne Blitz, machte sich die WB2000 dann das erste Mal negativ bemerkbar. Solange die WB2000 im Weitwinkel bei 24mm bleiben kann, hat sie noch den Vorteil des lichtempfindlicheren Objektivs mit f/2,4, mit dem Sie meistens eine ISO-Stufe unter der der F200 bleiben kann. Sobald die WB2000 aber ISO400 oder mehr erreicht, fällt sie durch ein starkes Farbrauschen auf. Auch darf man aufgrund der guten Lichtempfindlichkeit im Weitwinkel bei 24mm nicht darauf schliessen, dass die WB2000 nun über ein besonders lichtempfindliches Objektiv verfügt. Die WB2000 verfügt über recht wenige Zoom-Stufen. Nach 24mm ist der nächste Halt gleich bei 28mm und da liegt die Offenblende schon bei f/3. Das ist wirklich kein schlechter Wert, zum Vergleich: die F200 ist dort bei 3,3 und die SX210 bei 3,1. Allerdings ist der Vorteil zu gering um in der Praxis einen Unterschied zu machen. Somit muss die WB2000 ab 28mm mit den gleichen ISO-Stufen genutzt werden, wie die meisten anderen Kameras in dem Segment auch, wobei sich spätestens ab ISO400, teilweise schon ab ISO320 ein unangenehmes Farbrauschen bemerkbar macht.
Extremes Farbrauschen schon bei ISO400 (mittlerer Bereich unkenntlich gemacht)

Richtig schlecht machte sich die WB2000 dann am nächsten Tag auf einem Kindergeburtstag. Um es ganz deutlich zu sagen: ich hatte noch nie eine Kamera, die mir dermassen viel Ausschuss lieferte wie die WB2000. Der geringe Dynamikumfang führte zu Bildern, in denen die hellen Flechen komplett weiss geclippt waren, teilweise bis zu einem Drittel des Bildes. Die dunkleren Bereiche verloren sich in Farbrauschen. Alles dazwischen wirkt blass. Die Automatik liefert selten gute Einstellungen und muss häufig korrigiert werden, was allerdings wenig Spass macht weil z.B. die Belichtungskorrektur im Menü vergraben ist. Auch verwirrt das Menü mit Ärgerlichkeiten: aufnahmerelevante Einstellungen sind im Menü gruppiert, was für sich ja kein Problem ist. Allerdings lassen sich immer nur Parameter einer Gruppe gleichzeitig ändern, die anderen Gruppen sind dann gesperrt. Will man z.B. Schärfe und Kontrast korrigieren ist das nicht möglich, weil sich Schärfe in der einen Gruppe befindet und Kontrast in der anderen. So eine eigentümliche Beschränkung ist mir von keiner anderen Kamera bekannt.
 
Highlight-Clipping und abgesoffene Schatten der WB2000
Mein Fazit lautet dann auch: Hände weg von dieser Kamera. Trotz einiger Highlights wie dem guten Schneider-Kreuznach-Objektiv, der guten Video-Funktionalität sowie dem wertigen und griffigen Gehäuse hat Samsung es nicht geschafft, daraus ein gutes Gesamtsystem herzustellen. Die Schwächen im Bereich Dynamikumfang, Farbrauschen und Software machen die guten Ansätze zunichte. Ich zumindest habe noch nie so schnell vom Rückgaberecht gebrauch gemacht und die Kamera umgehend zurück geschickt.

Dienstag, 23. Februar 2010

Firefox Extension JumpStart


Eines der Features, an das ich mich bei Chrome und Safari gewöhnt habe, ist die Topsites-Darstellung. Das ist eine Ansicht, in der die meistbenutzten Seiten beim Öffnen eines neuen Fensters als Miniatur angeboten werden. Seit dem benutze ich die Lesezeichen-Leise oben am Fenster für Schnellzugriffe nicht mehr und habe mehr Platz für die eigentliche Seitendarstellung.
Leider hat der Firefox dieses Feature nicht. Aber das gute am Firefox ist, dass es für alles eine Extension gibt und so lässt sich jetzt auch die topsites:// Darstellung nachrüsten via JumpStart.
Erhältlich direkt auf der Seite des Autors.

Donnerstag, 28. Januar 2010

GameClassic: Kingdom Hearts (PS2, 2002)



„Starting a journey may not be so hard, or maybe it already has begun“. Disney trifft Final Fantasy, das hebt natürlich die Erwartungshaltung. Square hat mit Kingdom Hearts ein Action Adventure entwickelt in dem diese beiden Welten aufeinander treffen. Im Laufe seiner Abenteuer trifft der junge Held Sora auf viele Charaktere aus dem Disney Universum, aber es gibt auch ein Wiedersehen mit Helden aus Final Fantasy 7 und 8.
Sora, ein Junge im typischen Square Stachelhaar-Look, lebt mit seinen Freunden Rikku und Kairi auf einer malerischen Südseeinsel und die Freunde schmieden Pläne wie sie dieses Paradies verlassen und die große weite Welt erkunden können. „There are many worlds, but all share the same sky“. Parallel herrscht Aufregung in einem Königreich auf einer ganz anderen Welt. König Micky Maus ist verschwunden! Hofzauberer Donald und der getreue Krieger Goofy machen sich auf die Suche. Als Hinweis wissen sie, daß sie den Träger des sogenannten Schlüsselschwertes finden müssen.
Dann überschlägt sich auf einmal die Handlung. Sora's Welt wird von dunklen Schattenwesen überfallen, wie sich später herausstellt handelt es sich um die Herzlosen. Diese übernehmen eine Welt nach der anderen und lassen diese im Dunkel verschwinden. Kurz bevor Sora zusammen mit seiner Welt verloren geht, erscheint ihm auf einmal das Schlüsselschwert, mit dem er sich vor den Angreifern retten kann. Während seine Welt verschwindet, landet Sora in Traverse Town, einer Stadt in der sich viele finden die den Untergang ihrer Welt überlebt haben. Dort trifft Sora auf Donald und Goofy die beschließen, zusammen König Micky und Sora's Freunde Rikku und Kairi zu finden. Sie steigen zusammen in Donalds und Goofy's Raumschiff, den Gumi-Jet und beginnen Ihre abenteuerliche Reise durch das Disney-Universum. Dabei landen sie unter anderen bei Aladdin in Agrabah, unter dem Meer bei Arielle, im Wunderland von Alice oder bei Peter Pan.
Kingdom Hearts ist ein klassisches 3D Action Adventure, welches die umfangreiche Story teilweise in Spielegrafik und teilweise in Rendersequenzen weitererzählt. Diese gehören dann auch gleich zu den besten, die Square bis dahin herausgebracht hat. Auch die Musik ist ein Traum, eine Mischung aus bekannten Disney-Themen und wunderschönen neuen Kompositionen, bei denen sich die Anschaffung der (doppel-)Audio-CD absolut lohnt.
Kaum ein Spiel fiehl mir so schwer zu bewerten wie dieses. Die Geschichte ist wunderschön erzählt, die Charaktere sind klasse, die Guten sind liebenswert, das Setting ist toll, die Architektur ist fantastisch, die Musik ist wundervoll. Alleine den Vorspann könnte ich mir immer wieder ansehen. Die Story hat absolut Final Fantasy Niveau, wer das kennt weiß, daß es dort immer um Treue, Freundschaft und Heldenmut in ausweglosen Situationen geht. Dabei sind die Charaktere nie eindimensional. Von daher hätte es eigentlich ein 100% Spiel werden müssen.
Leider hat Kingdom Hearts ein paar Designpatzer, die nicht hätten sein müssen. Teilweise werden einem einfach zu große Mengen an Gegnern entgegengeworfen, und zwar fast jedes Mal wieder wenn man einen Ort betritt (nur bei kurzen Ortswechseln wird man davon verschont). Auch sind viele Sprungpassagen unglücklich, häufig muß man millimetergenau springen, was bei der nicht ganz perfekten Steuerung teilweise etwas nervig ist. Die Speicherpunkte sind manchmal zu weit auseinander und vor Endgegnern, die man teilweise nur mit viel Glück beim 5ten Anlauf schafft sind lange Rendersequenzen und Hüpfpassagen, die man dann immer wieder anschauen muß und nicht abbrechen darf. Und viele Passagen sind einfach viel zu groß. Endlos große Level mit unendlichen Gegnermengen. Da man sich gerade anfangs schwer orientieren kann, läuft man dann ein bischen hin- und her und kriegt die endlosen Gegnerhorden gleich nochmal serviert.
Wirklich schwach sind die Flüge im Gumi-Jet zwischen den Welten. Vor vielen Jahren gab es schon Shareware-Spiele, die um Lichtjahre besser sind. Es wirkt fast, als hätte man da noch ungenutzte und unfertige Codereste recyclen wollen.
Das wiegt aber alles nicht so schwer. Insgesamt hat Kingdom Hearts ganz viele wundervolle Seiten, die es zu einem der schönsten Spiele überhaupt machen. Es macht einen riesen Spass, Seite an Seite mit den Disney-Figuren gegen die Herzlosen zu kämpfen. Und für alle Final Fantasy Fans gibt es ein freudiges Wiedersehen mit alten Bekannten. Die Welten sind schön designt, die Geschichte zieht einen in den Bann, die Grafik ist stimmungsvoll und die Musik ein Traum. Trotz einiger Schnitzer in der Spielbarkeit ist Kingdom Hearts eines der schönsten Videospiele.

Spielzeit: ca. 45h
Mein Rating: 91%

Dienstag, 5. Januar 2010

GoodSync für Mac in beta



Die Daten von meinem Mac und meinem PC synchronisiere ich über eine externe Festplatte. Dazu benutze ich auf dem Mac ChronoSync und auf dem PC GoodSync. Dabei ist GoodSync das einzige PC-Programm, welches mir besser als seine Mac-Pendants gefällt. Sowohl die Performance, als auch der Funktionsumfang und die Bedienbarkeit gefallen mir bei GoodSync besser als bei ChronoSync.
Aber jetzt zeichnet sich eine Lösung ab: von GoodSync gibt es mittlerweile eine beta-Version für den Mac, erhältlich unter

   http://www.goodsync.com/mac.html

Eine Bewertung schiebe ich noch auf, bis ein Release verfügbar ist. Aber ein erster Test zeigte nur ein paar kleine Schönheitsfehler, die eigentliche Engine verrichtet ihre Arbeit bereit hervorragend.

ANC Over-Ear Anwenderbericht: Sony WH-1000XM5 vs WH-1000XM4 vs Sennheiser Momentum 4

Dies ist kein vollständiger Test, sondern nur eine Sammlung von Punkten, die mir beim Vergleichen der drei Kopfhörer aufgefallen sind und di...