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Dienstag, 1. Mai 2012

Fuji F770EXR Test: LowLight-Vergleich mit der SX230

Jetzt geht es an die ISO-Grenzen der Kompakt-Superzooms. Ganz klar ist: wer regelmässig mit ISO800 und mehr fotografieren will, benötigt eine andere Kamera. Dann wird zumindest eine S95, EX-1 oder LX5 benötigt, wenn nicht sogar eine Systemkamera. Aber als Allrounder sollten die Kameras zumindest für gelegentliche Schnappschüsse mit ISO800 gut sein. Im Zweifelsfall ist ein Erinnerungsfoto aus einer Superzoom besser als gar keines.

Interessanterweise ist die Größe der Sensorpixel der beiden Kameras nahezu identisch. Die F770EXR hat zwar mehr Megapixel als die SX230, nämlich 16mp statt 12mp. Dafür hat sie aber auch einen etwas grösseren Sensor, 1/1,2'' anstatt 1/1,23''. Auch sind beide Sensoren Back-Side-Illuminated (BSI) CMOS Prozessoren. Das Rauschverhalten sollte also bei beiden vergleichbar sein.


links F770 - rechts SX230
Bei diesem Bild sind die Unterschiede dann auch gering. Ich habe die Automatik auf max.ISO800 eingegrenzt. Die Belichtung habe ich manuell angepasst, weil beide Kameras zu hell belichten wollten. Da die SX230 kein live-Histogramm bietet, habe ich nach dem Vorschaubild eingestellt, welches aber zu hell anzeigte, so dass das Ergebnis jetzt etwas zu dunkel ist. Bei der F770 konnte ich dank live-Histogramm die Belichtung genau treffen. Die F770 hat die Farben etwas besser hinbekommen, hier sehe ich ganz leichte Vorteile für die F770.


Wenn ich es der Automatik erlaube, geht sie hier aber auf ISO1600. Beachtenswerterweise ist das ISO1600 nicht so viel schlechter als das Bild mit ISO800. Hier macht sich der BSI-CMOS Sensor bemerkbar. Trotzdem sollte diese Einstellung nur in Notfällen gewählt werden, wirklich schön ist das Ergbnis nicht mehr. Die F770 hatte Probleme mit dem Stabilisator, das Bild ist noch das beste aus der Serie. Hätte ich die Belichtung der SX230 etwas besser einstellen können, hätte sie auch etwas länger belichten müssen, aber das verträgt Canon's hervorragender Stabilisator. Sein Fuji-Pendant ist eher mal überfordert. Daher gibt es bei diesem Bild keine Wertung, die Bedingungen sind nicht exakt gleich.


Als Dreingabe bietet die F770 noch den Pro-Low-Light Modus. Hier werden 4 Bilder mit ISO3200 in schneller Folge gemacht und miteinander verrechnet, um das Rauschen zu reduzieren. Die Ergebnisse fand ich aber nicht beeindruckend, das ISO800 gefällt mir besser. Der Modus macht mit ISO3200 nur Sinn, wenn ISO1600 nicht mehr möglich sind. Schade, wäre das Bild aus vier ISO1600 Bilder zusammengesetzt worden, wäre das Resultat vielleicht sogar noch brauchbar gewesen.

 links F770 - rechts SX230

Dieses Motiv nehme ich normalerweise mit mehr Tele auf, allerdings war der Stabi der Fuji damit völlig überfordert, dass kein brauchbares Bild mehr entstand. Der Fuji-Stabilisator funktioniert noch gut bis 1/15sek., darüber entsteht viel Ausschuss. Sein Gegenstück von Canon hält das Bild auch noch ruhig bis 1/8sek. und selbst bei 1/4sek. bekommt man oft noch ein gutes Bild mit höchstens sehr geringen Verwacklungen hin.

links F770 - rechts SX230

Gebe ich die ISO's frei, geht die Fuji auf ISO1250, die Belichtungszeit auf 1/15sek. und damit ist der Stabi auch wieder im sicheren Bereich. Die Aufnahmen geben sich dann wenig, die F770 hat die Farben etwas besser getroffen.


Das Pro-Low-Light Bild der Fuji wurde dieses Mal mit ISO2500 aufgenommen und ist das beste Bild aus der F770. Es rauscht deutlich weniger als das ISO1250-Bild.

links F770 - rechts SX230 

Die Fuji hat bei diesem Motiv die Farben exakt getroffen, während die Canon eine zu warme Farbtemperatur gewählt hat. Die Detailwiedergabe ist fast identisch, trotz 16mp bei der F770. Ich finde sogar ein paar Stellen auf der Zeitung, die von der SX230 besser dargestellt werden. Insgesamt sind die Unterschiede in den Details aber vernachlässigbar.
links SN-Mode - rechts Pro-LowLight Mode

Hier noch die Modi SN und Pro-LowLight der F770. Da die F770 bei ISO400 noch wenig rauscht, macht es keinen Sinn hier schon auf SN zu gehen, da sich die Auflösung halbiert. Einige Texte der Zeitung sind dadurch nicht mehr lesbar. Auch der Pro-LowLight Modus macht hier keinen Sinn, er zeigt etwas weniger Details als das ISO400 Bild.

Abschliessend lässt sich sagen, dass beide Kameras für eine Superzoom ordentliche LowLight-Eigenschaften mitbringen. Die F770 hat mit den SN und Pro-LowLight Modi Hilfsmittel die greifen können wenn der Sensor eigentlich schon am Ende ist. Dafür schwächelt die Fuji beim Bildstabilisator. Der Stabi der Canon gehört zum besten, was in der Klasse verbaut wird. Damit ermöglicht die SX230 längere Belichtungzeiten - zumindest für statische Motive. Die Fuji trifft die Farben besser und ermöglicht dank live-Histogramm eine bessere Belichtung. Insgesamt würde ich fast ein Unentschieden geben, sehe aber vielleicht leichte Vorteile bei der Fuji F770. Diese sind aber nicht groß genug, dass ich daran eine Kaufentscheidung festmachen würde.

Donnerstag, 12. November 2009

TomTom Go 750 und iPhone Navigon


Mit den Live Services hat TomTom erneut die Messlatte für Navigation höher gelegt, Grund genug für mich um ein Update vom Go 720 auf ein Go 750 zu machen. Allerdings war ich aufgrund des Preises der Live Services vorab überzeugt davon, nach der 3-monatigen kostenlosen Testzeit auslaufen zu lassen und wieder auf TMC zu setzen. Dazu später aber mehr.
Grundlegend unterscheidet sich das Go 750 nur in Details vom Go 720. Das ist zum einen von Vorteil, denn Bestandskunden finden sich auf Anhieb mit dem Gerät zurecht und auch Neulinge werden auch ohne Blick in das Handbuch sofort damit zurecht finden. Ein bisschen mehr Innovation hätte ich vom Marktführer dann aber doch erwartet. Ein paar neue Symbole geben den Menüs nur wenig mehr Glanz als bisher. Auch wird die Kartendarstellung jetzt durch Antialiasing ein wenig weniger pixelig dargestellt, aber  im Vergleich zu Navigon sieht die Kartendarstellung immer noch recht altbacken aus. Immerhin werden die numerischen Angaben wie Restzeit, -Strecke usw. in grossen, gut lesbaren Ziffern ausgegeben. Bis hier ergibt sich aber noch kein Vorteil, der eine Anschaffung rechtfertigen würde wenn man schon eines der älteren Modelle besitzt.
Interessanter ist schon die sogenannte aktive Halterung. Hier werden die Kabel für Strom und ggf. TMC nicht mehr am Gerät, sondern an der Scheibenhalterung befestigt. Das Gerät wird zur Benutzung dann einfach in die Scheibenhalterung eingesetzt und man kann es auf Knopfdruck entnehmen ohne dabei irgendwelche befestigen oder lösen zu müssen. Eine häufig bei den Vorgängern auftretender Defekt war ein Bruch der TMC-Buchse, der bei zu häufigen befestigen und lösen der Antenne auftrat. TomTom hat diese Fälle zwar anstandslos auf Garantie abgewickelt, aber nervig ist das schon und ausserdem ist das Gerät dann für zwei Wochen zur Reparatur. Die aktive Halterung ist auf jeden Fall ein grosser Komfortgewinn.
Der wirkliche Fortschritt sind aber die Live Services. Nachdem TomTom schon mit der Vorgängergeneration mit IQ Routes, der Einbeziehung von historischen Verkehrsdaten in die Navigation, die Routing Qualität erheblich erhöht hat und sich damit deutlich von allen anderen Herstellern absetzte, setzt TomTom mit den Live Services noch einmal die Messlatte höher. Neben Sicherheitswarnungen und Informationen über Kraffstoffpreisen gibt es die Suche über Google. Das Go 750 hat über ein GSM-Modul eine ständige Datenverbindung, welche diese Suche möglich macht. Es ist einfach so viel bequemer, als Ziel einfach Firmenname und Ort einzugeben und Google den Rest zu überlassen, als selbst die Adresse einzugeben. Das funktioniert selbstverständlich auch mit Namen von Restaurants oder Freizeitparks. Die Suche über POI's verliert damit immer mehr an Bedeutung, da Googles Datenbank einfach besser gepflegt ist.
Der Hauptgrund für die Live Services ist aber HD Traffic. TomTom erstellt aufgrund der Bewegungsdaten von Vodafone Anwendern aktuelle Profile der Verkehrsdichte. Diese sind wesentlich genauer und aktueller als die TMC/TMCpro-Daten. Ausserdem ist HD-Traffic auch für Nebenstrassen verfügbar und macht damit erst richtig Sinn. Mit TMC kann es leicht passieren, dass man von der Autobahn herunter geleitet wird, nur um festzustellen dass sich der Verkehr auf den Nebenstrassen noch weniger bewegt. Mit HD-Traffic ist erstmals sinnvolle Stauumfahrung möglich. Die Qualität von HD-Traffic ist dermassen hoch, dass man wenn das Go 750 vor einem Stau nach der nächsten Kurve warnt, schon einmal vom Gas gehen sollte weil der Stau dann auch ziemlich genau da ist.
Wie eingangs gesagt, hatte ich vor die Live Services nach der kostenlosen Probezeit nicht weiter zu nutzen. Die Qualität der Dienste hat mich aber dermassen überzeugt, dass ich bei den Live Services bleibe.
UPDATE: TomTom hat es den Kunden noch einfacher gemacht, sich für die Live Services zu entscheiden. Die kostenlose Probezeit beträgt jetzt 12 Monate, das Jahresabo kostet anschliessend nur noch € 49,95.

Zum Vergleich musste dieses Mal die aktuelle Navigon Software auf dem iPhone herhalten. Die wesentliche Neuerung ist die 3D-Darstellung von Gebäuden, allerdings nur in den Innenstädten der Metropolen. Mir wurde allerdings bislang weder in Hamburg, noch in Berlin auch nur ein einziges 3D-Gebäude angezeigt, auch nicht in durchaus zentralen Regionen wie um die Lombardsbrücke in Hamburg. Vielleicht muss ich den Test zu Fuss auf dem Hamburger Rathausmarkt wiederholen.
Der Sinn der My-Routes Funktionalität hat sich mir nicht erschlossen. Man kann nach dem Routing auch eine von zwei Alternativrouten auswählen. Aktuelle Verkehrsinformationen kann die Navigon Software jetzt auch über die Internet-Verbindung des iPhones abrufen. Die Qualität scheint mir aber noch deutlich hinter jener von TomTom zu liegen. Nett ist hingegen die Funktion zum finden des nächsten Parkhauses, bei einigen angeschlossenen Häusern sogar mit Anzeige des Füllgrades.
Die Qualität der Kartendarstellung von Navigon ist ohnehin seit langem ohne Tadel und ist nach meiner Meinung die beste am Markt. Insbesondere mit der hochformatigen Darstellung auf dem iPhone in Kombination mit der perspektivisch zulaufenden Darstellung ist bei Navigon auf dem iPhone ein deutlich grösserer Teil der vor einem liegenden Route sichtbar. Somit ist Navigon zwar eine gut nutzbare Navigations-Anwendung, die ich regelmässig nutze wenn ich einen Leihwagen ohne Navi bekommen habe. An die Qualität des Routings, insbesondere in Stausituationen kommt es aber nicht heran.

Somit sollte man auch auf dem iPhone der TomTom-Anwendung den Vorzug geben. Denn das Routing ist immer noch die Hauptaufgabe eines Navigationssystems, und in dieser Hinsicht kommt zur Zeit kein Mitbewerber an TomTom ran. TomTom hingegen sollte an der Darstellungsqualität arbeiten, denn der Vorsprung im Routing ist für die Mitbewerber nicht uneinholbar. Und sobald z.B. Navigon in Hinblick auf IQ Routes und HD Traffic nachzieht, könnten sie aufgrund der hervorragenden Darstellungsqualität an TomTom vorbei ziehen.
Stand heute heisst meine eindeutige Empfehlung aber TomTom.

Mittwoch, 12. November 2008

TomTom Go 730 vs. Navigon 7210



Mit dem TT 720 bin ich grundsätzlich sehr zufrieden. Mit MapShare hat sich die Kartenqualität spürbar gesteigert und mit dem 730 kamen bei TT die IQRoutes dazu. Navigon hat in der Zeit an der Kartendarstellung gearbeitet und zeigt jetzt in grösseren Städten 3D-Gebäude an. Ausserdem hat Navigon eine neue Hardware-Generation auf den Markt gebracht, die im Vergleich zu den älteren Modellen wesentlich attraktiver wirkt. Genug Grund, die beiden Hersteller wieder einmal gegeneinander antreten zu lassen.
Mein TomTom Go 720 ist dank dem letzten Softwareupdate auf Navcore 8 auf dem gleichen Stand wie das aktuelle Go 730, abgesehen von der Gehäusefarbe. Der Kontrahent ist ein Navigon 7210, ein Modell aus der gehobenen Mittelklasse von Navigon mit einer in das Ladekabel integrierten TMC-Antenne. Gerade diese hatte es mir angetan: gerne würde ich auf das zweite Kabel beim Abbau verzichten. Auch ist die TMC-Antenne im Fenster nicht gerade eine Zierde.
Zunächst einmal fällt das 7210 im Vergleich durch sein grosses Display auf, welches eine aus meiner Sicht ideale Grösse bietet. Auch sieht das Gehäuse einfach schöner aus. Allerdings ging hier wohl Design vor Funktionalität. Beim Druck auf den Touch-Screen entstehen sichtbare Verfärbungen auf dem Bildschirm. Laut Navigon Support ist das normal und ungefährlich. Aber es bleibt doch die Befürchtung, dass die Langlebigkeit darunter leiden könnte.
An der Bildschirmdarstellung hat Navigon leicht gefeilt und nutzt den Platz am linken und rechten Bildschirmrand jetzt bei Bedarf für Zusatzinformationen. Trotzdem wird am unteren Rand noch viel Bildschirmfläche verschwendet, so dass im Verhältnis zu viele Karteninformationen neben der eigenen Position, dafür zu wenige davor angezeigt werden. Die Option von TomTom, die Informationen komplett an den rechten Bildrand zu verlegen, ist da eindeutig von Vorteil.
Navigon hat ausserdem die Kartendarstellung in Richtung des Horizonts zusammengestaucht. Das ist eine hervorragende Idee, welche hoffentlich bald von anderen Anbietern übernommen wird. Wenn man z.B. noch etwas geradeaus fährt und danach links abbiegt, ist nach der Abbiegung der Rest der Karte ausserhalb der Darstellung. Durch die perspektivische Stauchung ist bei Navigon jetzt auch nach der Abbiegung noch deutlich mehr von der Route zu erkennen, so dass der Fahrer eine bessere Vorstellung davon bekommt. Dadurch, dass die Stauchung mit der Entfernung zunimmt, sind so gleich die nächsten Abbiegemanöver auf der Karte zu erkennen.
Eher Geschmacksache ist die unteschiedliche Wahl des Kartenausschnitts. Traditionell ist der Kartenausschnitt bei Navigon grösser als bei TomTom. Das gibt dem Navigon den Vorteil der grösseren Übersicht, dem TomTom hingegen die bessere Detailsicht in komplizerten Situationen. Zwar besitzen beide Systeme einen automatischen Zoom, so dass z.B. beim Abbiegen die Ansicht vergrössert wird. Grundsätzlich gefällt mir auf Autobahnen der grössere Kartenausschnitt der Navigons besser, in kleinteiligen Abbiegesituationen eher die starke Vergrösserung der TomToms.
Mein Wunsch wäre ein System, welches bei hohen Geschwindigkeiten weit weg von der nächsten Abzweigung ein möglichst grosser Kartenausschnitt gezeigt wird. Auf Autobahnen interessieren mich nicht wirklich die nächsten 100m. Solange ich nicht abfahren muss, möchte ich lieber die nächsten 5-10km sehen. In Tempo 30-Zonen mit vielen kleinen Strassen möchte ich dann die starke Vergrösserung der TomToms. Ich bin gespannt, welcher Hersteller das zuerst schafft, die Foren sind jedenfalls voll mit dieser Anforderung.
Zum Go 730 ist eigentlich schon alles gesagt. Die Software sieht noch so aus wie vor Jahren und wirkt reichlich angestaubt. Sie hat jetzt die bildliche Darstellung von Autobahnausfahrten gelernt, Navigon hat das schon vor über einem Jahr als sog. Reality View eingeführt. Ich schalte diese Option aber bei beiden Systemen grundsätzlich aus, zumal die Rückkehr zur normalen Kartendarstellung immer etwas Zeit in Anspruch nimmt.
Somit bleiben dem TomTom als einzige wesentliche Neuerung die IQRoutes. Aber diese haben es in sich. Während bislang ausnahmslos alle Navis einer guten Ortskenntnis unterlegen sind, ziehen die IQRoutes mit dem Insiderwissen nicht nur gleich, sondern übertreffen es sogar. Ich vertraue mittlerweile selbst in Gegenden, in denen ich mich auskenne, auf den TomTom. Damit ist IQRoutes wirklich der nächste grosse Schritt in Sachen Autonavigation. Dem hat Navigon nichts vergleichbares entgegenzusetzen und verliert aus meiner Sicht diesen Vergleich. Bessere Kartendarstellung ist schön, aber am Ende entscheidet die Qualität des Routings.
Und als würde das noch nicht reichen, setzt das Navigon noch einen drauf. Die in das Ladekabel integrierte TMC-Antenne sorgt zwar für Ordnung im Fahrzeug, der Unterschied in der Empfangsleistung ist aber enorm. Als Beispiel: ich fahre regelmässig aus dem Umland nach Hamburg. Dabei ist für mich die Verkehrssituation auf den Autobahnen relevant, nur wenn ich rechtzeitig von einem schweren Stau auf der Autobahn erfahre, kann ich ihn so weiträumig umfahren dass sich wirklich ein Zeitvorteil ergibt. Der TomTom liefert bereits bevor ich an der Autobahn angekommen bin Verkehrsmeldungen. Der Navigon hingegen lieferte die erste Meldung erst, als ich das Hamburger Ortsschild erreicht hatte. Natürlich war mir klar, dass die Integrierte Antenne nicht mit einer am Fenster verlegten Wurfantenne mithalten kann. Aber der Unterschied ist dermassen gross, dass die Lösung von Navigon für mich unbrauchbar ist.
Oben auf dem Bild sind übrigens zwei Aspekte sehr gut zu sehen. Während das TomTom gerade noch mal die nächsten 50m nach dem Abbiegen zeigt, sind auf dem Navigon die nächsten km erkennbar. Dafür hat der TomTom schon die erste Verkehrsmeldung empfangen, während der Navigon noch sucht (und es die nächsten 20min. auch noch tun wird).
Während Navigon seit dem letzten Vergleich in noch bessere Kartendarstellung und elegantere Gehäuse investiert hat, markiert TomTom trotz altbacken wirkender Software mit IQRoutes die Messlatte für Autonavigation neu.

Sonntag, 20. Juli 2008

Nokia Maps 2.0 im Urlaub




Mein nagelneues Nokia E71 kam gerade noch rechtzeitig zur Urlaubsreise an. Nach der Übernahme des Kartenanbieters Navtec und des deutschen Navigationsanbieters Smart2Go zeigt Nokia nun auch, was man damit vorhat. Den meisten aktuellen Nokia-Geräten liegt die hauseigene Navigationssoftware Nokia Maps 1.0 bei. Interessant ist dabei vor allem das Preismodell, man kann die Karten recht feingranular erwerben. Während man bei den meisten Navigationsanbietern meist zur Europa-Karte greift, da die einzelnen Länderkarten auch nur geringfügig billiger sind, kann man bei Nokia gezielt das erwerben, was man zu einer bestimmten Zeit benötigt. Für eine zweiwöchige Urlaubsreise nach Holland konnte ich die Karte unterwegs online für eben diese 14 Tage freischalten, was nur wenige Euro kostete. Einen Verkehrsinformations-Dienst über die bestehende online-Verbindung gibt es gegen Aufpreis. Da ich die Roaming-Kosten in Holland sparen wollte, nutzte ich den Dienst nur auf der Hinfahrt per 3-Tage Abo. Alles in allem Grund genug, Nokia Maps gegen mein bewährtes TomTom Go 720 antreten zu lassen.
Beginnend mit der Zieleingabe fällt sofort die extrem unzugängliche Bedienung auf. Diese ist wirklich mit das übelste, was mir bei einem Stück Software begegnet ist. Und obwohl ich die Karten vor Reiseantritt mit dem Nokia Map Loader (lobenswert: sowohl für Windows als auch Mac erhältlich) auf dem Gerät installiert habe, wird zur Suche des Ziels grundsätlich eine online-Suche gemacht, welche auch noch extrem lange dauert (ca. 1min). Wohlgemerkt: in dieser Zeit ist noch nicht das Routing inbegriffen. Die Zieleingabe ist insgesamt nur als katastrophal zu bezeichnen.
Die Kartendarstellung entspricht schon eher, was man von Navigationssytemen gewohnt ist ... solchen von vor 5 Jahren. Aber auch das TomTom wirkt so, als hätte man in diesem Zeitraum nichts an der Darstellung getan.
Die Kartendarstellung von Nokia Maps ist in sehr dunklen Farben umgesetzt, die sich schlecht voneinander abheben, gerade in der Sonne lässt sich nur noch wenig erkennen. Auch wird das ohnehin kleine Display des E71 schlecht ausgenutzt, für die Navigation unnötige Menüoptionen werden ständig eingeblendet und die Statusanzeigen am rechten Platz verschwenden viel Platz. Das Ganze wirkt auch nur halbherzig an das quer-Display des E71 angepasst. Immerhin sind die Anzeigen an der Seite, was bei Landscape-Displays (mehr quer als hoch) sinnvoll ist. Es gibt auch keine brauchbare  Routenübersicht und kleinere Strassen tauchen erst aus dem Nichts auf, wenn man sich ihnen nähert.
Im Vergleich zum TomTom ist die Ansicht weiter rausgezoomt, man sieht also auf Autobahnen einen grösseren Streckenabschnitt, was sinnvoll ist. Leider wird vergessen, in Abbiegesituationen die Anzeige hinreichend zu vergrössern, so dass man in Autobahnkreuzen mit vielen Fahrspuren lieber auf die Beschilderung als auf das Nokia schaut.
Eine weitere Design-Katastrophe ist die Sprachausgabe. Zunächst funktioniert sie recht gut, nachdem man sie nachträglich installiert hat. Wenn das Handy mit einer Bluetooth-Freisprecheinrichtung gekoppelt ist, erfolgt die Sprachausgabe über das Audiosystem des Fahrzeugs. Nur leider kann man sie, einmal installiert, nie wieder abstellen. Man kann sie zwar lautlos stellen, aber dann wird einfach eine lautlose Sprachausgabe über das Audiosystem ausgegeben und unterbricht damit alles, was man statt dessen hören wollte. Die einzige Abhilfe ist, Nokia Maps komplett zu deinstallieren, dann wieder neu zu installieren und dieses Mal die Installation der Sprachausgabe zu lassen.
Die Software wurde scheinbar, zumindest in grossen Teilen, gegenüber der Version 1.0 neu geschrieben, so dass sie mehr wie eine 1.0 wirkt. Auf den ca. 500 km hatte ich fünf Abstürze innerhalb von 5 Stunden. Das ist so einfach nicht akzeptabel. Somit über die Kombination E71 und Nokia Maps wirklich kaum etwas gutes zu berichten. Das Assisted GPS ist schnell und zuverlässig ... immerhin.
Nun ist der Vergleich gegen den Platzhirsch TomTom mit einer auf Navigation spezialisierten Hardware natürlich unfair. Aber dass das Nokia dermassen schlecht dabei abschneidet ist schon enttäuschend. Immerhin: jemand der ausser für wenige Tage im Jahr überhaupt kein Navi benötigt, wird mit Nokia Maps nach ein paar Abstürzen irgendwie ans Ziel kommen und profitiert immerhin von einem sehr flexiblen Preismodell. Alle anderen sollten sich aber eher ein richtiges Navi zulegen.

Mittwoch, 9. Juli 2008

Navigon legt das 7210 nach


Mit dem Erscheinen der Modelle 2110max und 8110 sind die alten Geräte 5110 und 7110 obsolet geworden. Da zwischen dem 2110max und dem 8110 aber noch Platz ist, dachte ich an einen 7110 Nachfolger, ähnlich dem 8110, aber in einem weniger hochwertigen Gehäuse und mit nur etwas weniger Funktionalität.
Ausserdem fehlt immer noch eine Antwort auf TomTom‘s MapShare. Zumindest eine Skobbler-Integration zum Erzeugen von POI‘s würde ich mir wünschen.
Bei Navigon hatte man anscheinend die gleichen Überlegungen. Laut einer Pressemeldung kommt im September das Navigon 7210, welches auf den ersten Blick dem 8110 entspricht, jedoch in einem einfacheren Gehäuse daher kommt. Ausserdem sollen eigene POI‘s erfasst werden können - von einer Integration mit Skobbler steht da aber leider nichts, das ist bislang noch mein Wunschdenken. Dafür gibt es jetzt aber 3D-Objekte auf der Kartendarstellung, Navigon nennt das View3D. Anschauen kann man sich das in einem kurzen Video auf YouTube. Der empfohlene Preis soll bei € 399,- liegen, der Marktpreis wird sich dann wohl bei ca. € 330,- bis 350,- einpendeln. Bravo Navigon, das ist gute Pflege der Produktpalette.
Ausserdem kommt noch ein Navigon 2150max, welches zusätzlich zu den bekannten Funktionalitäten des 2110max noch Text-To-Speech (TTS) und eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung mitbringt.
Vielleicht gibt es dann im Herbst hier auf der Seite einen aktualisierten Shootout zwischen dem 7120 und dem TomTom Go 720 (bis dahin hoffentlich per Software- und Kartenupdate auf 730er Funktionalität gepatcht).

Mittwoch, 12. September 2007

Nachtest: Treo & TomTom

Beim ersten Vergleichstest zwischen meinem Navigon TS 7000T und dem Treo 680 mit dem TomTom GPS Bundle hat der Treo nicht nur verloren, ich konnte ihn aufgrund massiver Probleme nicht einmal dem Gelegenheitsanwender nahelegen. Aber die Versuchung, alles in einem Gerät zu haben war dann doch zu gross, also habe ich noch etwas weiter experimentiert.
Gegen die häufigen Verbindungabbrüche der Bluetooth GPS-Maus musste zunächst eine Kabelmaus her. Nun ist die Auswahl an für den Treo 680 passenden Kabelmäusen nicht so gross und ich hatte keine Lust auch noch mit Adapterkabeln zu experimentieren.
Auf eBay findet sich die ST-K900 von Evermore für € 67,99. Die Lieferung erfolgte prompt, die Installation verdient den Namen nicht. Das Kabel mit Treo und Zigarettenanzünder verbinden, die ST-K900 ins Fenster legen und einmal im TomTom von Bluetooth auf generische Kabelmaus umschalten. Das war es dann auch schon. Die Maus hat dank Sirf-III normalerweise schnell die Position erkannt und die Verbindungsabbrüche gehören prinzipbedingt der Vergangenheit an. Damit war ich dann auch erstmal äusserst zufrieden. Bis ich den ersten Anruf getätigt habe und ... nach einer Sekunde keine Verbindung zur Freisprecheinrichtung im Auto mehr hatte. Bis mir klar war, woran das liegt, habe ich ungefähr die halbe Software auf dem Treo deinstalliert. Immer, wenn die Evermore angeschlossen ist, findet der Treo die FSE nicht mehr. Ziehe ich das Ladekabel, womit auch die Evermore keinen Strom mehr hat, kann ich wieder telefonieren. Aber ich wollte ja beides gleichzeitig, und mir war jetzt nicht klar, wer nun der Schuldige war.
Aber ich wollte dem ganzen noch einen letzten Versuch geben. Danotec bietet die Haicom 204 mit passendem Kabel für den Treo für € 81,80 zzgl. 6,90 für den Versand an. Erfreulich: Die Lieferung erfolgte direkt am Tag nach der Bestellung. Schnell die Geräte ausgetauscht und dieses Mal klappte alles. Die Maus ist schnell, bislang zuverlässig und ich kann gleichzeitig telefonieren.
Wer sich nun an dieser Stelle wundert, wie das mit dem telefonieren während des Navigierens geht: Phone Technican macht es möglich, und damit landet er in meinen Palm Picks.
Damit zum Fazit: Im Gegensatz zum ersten Test ist die Treo/TomTom Kombination jetzt richtig brauchbar. Mir gefällt zwar immer noch die Kartendarstellung von Navigon um Längen besser, ebenso die Bedienung und das Feature ‚Sonderziele auf der Route‘. Aber insgesamt lässt sich gegen dieses getunte Palm GPS Bundle nichts mehr sagen. Und damit wiegt der Vorteil jetzt mehr, als die Nachteile: Ich habe nur noch ein Gerät mit dem Saugnapf an der Frontscheibe kleben und brauch auch keinen Doppelstecker im Zigarettenanzünder mehr. Seit die Kombination richtig läuft, habe ich mein Navigon überhaupt nicht mehr benutzt.

Dienstag, 31. Juli 2007

TomTom/Treo-Bundle vs. Navigon 7000 T


Nachdem sich im ersten Anlauf bei mir das Navigon 7000 T ganz klar gegen das TomTom Go 710 durchsetzen konnte, war natürlich klar, dass das Treo/TomTom-Bundle hier nicht gewinnen kann.
Aber die Fragestellung war diesmal eine andere: Reicht das Bundle für die gelegentliche Navigation aus, oder braucht man zusätzlich ein richtiges Navi. Natürlich hat das TS 7000 T bauartbedingt Vorteile, als PNA hat es natürlich einen grossen Bildschirm gegen den der Treo als Smartphone so natürlich nicht ankommen kann. Dafür hilft dem TomTom die integrierte Datenverbindung des Treo, einer meiner Kritikpunkte am TomTom war ja der ständige Bluetooth Verbindungsabbruch, der die Nutzung der Plus-Services stark einschränkte. Die Displays verfolgen auch unterschiedliche Konzepte. Das Navigon ist recht matt und wirkt zunächst etwas kontrastarm. Das liegt vermutlich an der starken Entspiegelung. Fällt Licht auf das Navigon, wird das Bild nur wenig schlechter erkennbar. Der Treo mit der Palm Display-Folie liefert ein kontrastreiches Bild, das aber stark spiegelt. Einen Tod muss man sterben ... welches Display man bevorzugt ist Geschmacksache. Ebenso wie die Farbgebung. Mir persönlich gefällt die matte Farbgebung des Navigon besser. Der TomTom kommt mit vier Farbschemata, die mir aber allesamt zu bunt sind.
Beide Geräte mussten Ihre Qualitäten auf einer Urlaubsfahrt von Hamburg ins Allgäu und auf Ausflügen in die Umgebung sowie auf der Rückfahrt unter Beweis stellen. Die Bewertung im einzelnen:

Navigon
  •  + Schön ist das automatische ranzoomen beim Abbiegen und das herauszommen bei höheren Geschwindigkeiten. Wenn ich auf der Autobahn unterwegs bin, möchte ich einen möglichst grossen Kartenausschnitt sehen, beim Abbiegen aber möglichst viele Details.
  • + Die Funktion ‚Sonderziele auf der Route‘ ist klasse. Auf der Autobahn kann ich mir so mit zwei Klicks schnell die nächsten Rastplätze und Tankstellen anzeigen lassen. Mit einem Klick kann man eines der Sonderziele als Zwischenziel übernehmen.
  • + Das Kartenmaterial ist erfreulich preiswert. Ich bekam gerade das Angebot, meine alte Deutschland-Karte für €69,- auf die neuste Europa-Karte zu aktualisieren. Schön ist das dafür neue Programm Navigon Fresh. Dieses kommt noch nicht ganz an die TomTom PC-Software ran, aber erfüllt seinen Zweck.
  • Leider gibt es das Programm nur für den PC, Mac-User bleiben noch aussen vor.
  • + Die POI-Darstellung des Navigon ist um Längen besser. Abgesehen davon, dass die Symbole besser aussehen, geben sie einem auch mehr Informationen. Restaurant-Ketten wie McDonalds oder Burger King erkennt man direkt am Symbol, ebenso wie Tankstellen oder Autohändler und Werkstätten.
  • + Die Qualität der Sprachausgabe ist beim Navigon deutlich besser.
  • - Leider ist das Navigon dermassen geschwätzig, dass ich die Sprachausgabe häufig ausgestellt habe. Ich würde mir hier einen Gesprächigkeits-Level wünschen, der auf unterster Einstellung nur Warnungen und Abbiegehinweise von sich gibt.
  • + Das Navigon zeigt auf Wusch die zulässige Geschwindigkeit auf Hauptstrassen und Autobahnen an. Dabei ist das Kartenmaterial sehr gut, in fast 90% der Fälle war die Anzeige korrekt. Ein Warnton bei Übertretung der Geschwindigkeit kann inner- und ausserorts unabhängig konfiguriert werden.
  • + Überhaupt ist das aktuelle Navtec-Kartenmaterial sehr gut, ich hatte keine Kartenfehler seit dem Upgrade mehr festestellen können.
  • + Eine schöne Unterstützung ist auch der Spurassistent, der einem bei mehrspurigen Situationen die zielführenden Spuren anzeigt.
  • - Prinzipbedingt bekommt das TMC nur lokale Verkehrsmeldungen mit, was es schwieriger macht auf langen Routen richtig zu Navigieren. Auch ist die Ankunftszeit dadurch manchmal etwas zu optimistisch.
  • - Der TMC-Empfang fernab der Ballungszentren ist kaum vorhanden, auf Autobahnstrecken über Land bekommt man häufig keine Verkehrsinformationen. Das lässt sich sicher mit einer Anbindung an die Aussenantenne verbessern, mit der Wurfantenne geht nicht viel.
  • - Während der fahrt durchs Allgäu hatte das Navigon eine unlogische Route gewählt. Der TomTom war dort besser.
  • - Das TS-7000 verschluckt manchmal Eingaben, so dass man die gleiche Auswahl noch einmal tätigen muss.

Treo 680 / TomTom-Bundle
  • + Wirklich potential hat IMHO der Online Dienst TomTom Plus. Es gibt aktuelle Meldungen von TomTom‘s Servern, und diese können z.T. auch von den Anwendern selbst eingepflegt werden. Derzeit geht das nur für Blitzer, was in einigen Ländern wie z.B. Deutschland meines Wissens verboten ist. Aber in Version 7 soll man damit auch Verkehrssituationen melden können. Das Web 2.0 ist das Mitmach-Web, TomTom könnte als Mitmach-Navi die Navigation 2.0 einläuten.
  • + Per GPRS hatte ich ständig aktuelle Staumeldungen, die aktueller als die TMC-Meldungen vom Navigon waren. Dies ist auf jeden Fall ein Vorteil gegenüber der Lösung mit einem via Bluetooth angebundenen Handy, welches mir auf einer Fahrt von Hamburg nach Berlin drei Verbindungsabbrüche bescherte.
  • - Leider brach statt dessen auf der Hinfahrt drei Mal die die Verbindung zum GPS-Receiver ab. Ein Mal war das nur durch Reset des Treo zu beheben. Einer der Abbrüche war durch einen Telefonanruf bedingt, den ich über die Bluetooth Freisprecheinrichtung meines Autos führte.
  • - Beim Telefonieren ist man in der Telefonanwendung des Treo, die Navigation fällt so lange aus. Hinterher muss die Navigation neu gestartet werden. Sie kennt zwar noch das Ziel, muss die Route aber wieder neu berechnen.
  • - Die Geschwindigkeitsanzeige ist unnütz. Die Geschwindigkeit, bei der gewarnt werden soll, kann nicht konfiguriert werden. Wenn gewarnt wird, blinkt die Schrift dunkelrot auf dunkelblauem Hintergrund. Damit ist sie quasi nicht mehr zu erkennen. Das ist aber auch nicht so schlimm, weil die Kartendaten wenig taugen. In höchstens 50% der Fälle stimmte die angezeigte Höchstgewschwindigkeit.
  • + Nett ist, dass der TomTom im Tunnel auf Nachtdisplay umschaltet
  • + Die TomTom Home Anwendung, mit der man Updates, Karten, POI‘s etc. herunterladen und installieren kann ist nett gemacht.
  • + Und TomTom Home gibt es auch für den Mac
  • + In der Navigationsansicht kann gezoomt werden.
  • + Das Routing war den ganzen Urlaub durch tadellos.
  • - Allerdings war eine Reaktion auf eine Verkehrsmeldung Blödsinn. Eine Abfahrt auf der A7 vor mir, die mich aber überhaupt nicht interessierte, war gesperrt. Der TomTom wollte daraufhin eine Abfahrt früher von der Autobahn abfahren und die gesperrte Abfahrt dann durch eine Stadt umgehen.  Das Navigon kannte die Sperrung auch, ist aber einfach korrekt auf der Autobahn geblieben.
  • - Ich hatte zwei Kartenfehler auf der Strecke
  • + Das System reagiert schnell und genau auf Eingaben.
  • + Die mitgelieferte Halterung ist sehr stabil

TomTom gilt gemeinhin als pseudonym für Navigation, so wie Kleenex für Papiertücher. Navigon steht im Ruf, leading edge Technologie zu verbauen. Insofern würde ich erwarten, dass TomTom bei den Basisfeatures der Navigation punktet und das Navigon ein paar Innovative Features bietet.
Das Gegenteil ist der Fall. Neben der reinen Wegfindung ist eine gute POI-Anzeige incl. der Auflistung der kommenden POI‘s wie Tankstellen auf der Route mittlerweile Basisfunktionalität, genauso wie die Anzeige der erlaubten Höchstgeschwindigkeit. Auch sollte das Kartenmaterial in einem vernünftigen Preisverhältnis zum Gerät stehen. Ansonsten haben wir bald die Situation wie bei Consumer-Druckern, wo die Geräte in den Media-Märkten nachgeworfen werden und die Rechnung dann bei den Farbpatronen kommt. In all diesen Punkten ist das Navigon nach meiner Meinung überlegen. Dies liegt z.T. auch an dem nach meinen Erfahrungen besseren Kartenmaterial von Navtec.
Das TomTom-System kann nach meiner Erfahrung in diesen Bereichen nicht mit dem Navigon mithalten. Auch die beste Wegfindung nützt nichts, wenn sie durch suboptimales Kartenmaterial oder die Fehlinterpretation von eigentlich richtigen Verkehrsmeldungen ausgebremst wird.
Dafür hat die Integration der Plus Services auf jeden Fall Potential. Der Empfang ist besser als per TMC, ich bekomme gleich alle Meldungen für die ganze Route und zusätzlich noch das Wetter. Und in der nächsten Version können die Anwender untereinander Sperrungen austauschen. Das geht eindeutig in die richtige Richtung.
Zur ursprünglichen Frage: Reicht das Bundle für gelegentliche Navigation aus? Jein. Die häufigen Bluetooth-Verbindungsabbrüche, die z.T. nur durch einen Reset zu beheben waren sowie die Navigationsunterbrechung beim Telefonieren schränken die Praxistauglichkeit sehr ein. Für Anwender, die nur extrem selten ein Navi benötigen, reicht das aus, auch wenn mann dann und wann einmal rechts ranfahren muss um den Treo zu resetten. Benötigt man das System häufiger, sollte man den Kauf einer kabelgebundenen GPS-Maus in Erwägung ziehen. Diese sind in vernünftiger Qualität incl. Porto ab ca. € 70,- zu bekommen. In diesem Fall sollte man scharf überlegen, das Navigations-Bundle zu verkaufen (bringt auf eBay rund € 150,-) und für etwas über € 200,- statt dessen ein Navigon TS-7000T (bzw. 3110) zu erwerben. Diese Option wird noch interessanter, wenn man weitere Karten erwerben möchte.
Ich werde in Zukunft das Treo/TomTom Bundle nutzen, wenn ich ins Büro pendle. Ich bekomme sofort meine Staumeldungen und falls die Bluetooth-Verbindung zum GPS-Receiver abbricht, finde ich den Weg auch alleine. Das Navigon brauche ich dann nicht anschliessen. Dieses kommt aber zum Einsatz, wenn ich grössere Fahrten vor mir habe, in Gegenden die ich nicht kenne und insbesondere im Ausland.

Freitag, 20. April 2007

Autonavigation: TomTom vs. Navigon, Teil 2


Nachdem enttäuschenden Erlebnis mit dem TomTom habe ich nochmal scharf nachgedacht, was ich dann nun wirklich haben will. Die erweiterten Features des TomTom, Freisprecheinrichtung, iPod Steuerung und online-Services, haben so unbefriedigend gearbeitet, dass ich auch drauf verzichten kann. Mein heute gelieferter nagelneuer VW Touran hat eh‘ von Haus aus Freisprecheinrichtung und iPod-Anschluss. Ich brauche also nur ein Navi. Und weil es das perfekte Gerät anscheinend nicht gibt, schau ich doch einfach was es jetzt günstig gibt und hole mir ggf. nächstes Jahr etwas schöneres. Die CeBit-Neuheiten von Navigon und Medion sehen sehr viel versprechend aus, sind aber noch nicht lieferbar und werden dann erstmal recht teuer sein.
Die Software gefiel mir bislang bei Navigon am besten. Also schaute ich mal nach dem Transonic TS 7000T, welcher im Angesicht der CeBit Vorstellungen wohl ein Auslaufmodell ist. Wie es der Zufall so wollte, hatte MediMax gerade den 7000er im Angebot für € 266,-. Also einfach mal mitgenommen und ausprobiert. Das Medion PNA 470 hätte ich auch sehr interessiert, insbesondere das TMCpro hätte mir gefallen. Aber 266,- zu 399,- Euro sind schon ein Argument.
Und diesmal bin ich sehr zufrieden. Die Darstellung ist hervorragend. Das Display wirkt zwar etwas trübe, was aber anscheinend an der starken Entspiegelung liegt. Im direkten Sonnenlicht ist das Display immer noch ordentlich zu erkennen, ganz im Gegensatz zum TomTom. Die Software wirkt wirklich sehr modern und ergonomisch und ... macht einfach spass. Bei Restaurants, Autohändlern, Tankstellen etc. wird z.B. häufig ein Firmenlogo statt des einfachen Platzhalters angezeigt. Das TMC funktionierte auf Anhieb völlig problemlos, das Kartenmaterial ist aktueller als beim TomTom (allerdings hat TomTom gerade gestern ein Update herausgebracht, das habe ich nicht mehr getestet). Auch dieses Gerät hat natürlich Schattenseiten. Die Stromversorgung und das TMC werden beide am Gerät angeschlossen (zumindest die Stromversorgung ist beim Nachfolgemodell am Sockel), man kann also nicht einfach das Gerät in die (sehr stabile, gut sitzende) Halterung klemmen und losnavigieren. Die Menünavigation ist etwas träge, lässt sich aber durch das Ausschalten der Animationen auf ein vernünftiges Mass bringen. Und die Fernbedienung des TomTom war fein, schade dass es nicht so eine für das 7000T gibt. Auch gibt es die Softwareinstallation nur für Windows, die von TomTom gab es auch für den Mac. Das sind aber Kleinigkeiten und gerade bei dem Preis ist das Transonic TS 7000T ein hervorragendes Angebot. Die Navigation ist schnell und die Routenfindung bislang sinnvoll. Für mich der klare Gewinner in diesem Vergleich.
Nun ist der TomTom wirklich kein schlechtes Gerät. Wenn jemand andere Prioritäten hat, kann evtl. auch der TomTom die bessere Wahl sein. Ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden mit meinem Navigon.

Sonntag, 15. April 2007

Autonavigation: TomTom vs. Navigon, Teil 1


Mein altes ViaMichelin Navi für meinen iPaq scheint nicht mehr weiter entwickelt zu werden, und einen TMC-Empfänger kann ich da auch nicht anschliessen. Also musste ein neues System her.
In der Auswahlliste hatte ich das TomTom go 510, das Medion PNA 470 und das Transonic TS 7000T mit Navigon.
Nach langen Überlegungen und durchforsteten Foren entschied ich mich für ein TomTom Go 710 (gab es bei Media Markt gerade zum gleichen Preis wie das 510: € 349,-) zzgl. iPod Connector und Fernbedienung. Am nächsten Tag gab es gleich eine Probefahrt von Hamburg nach Potsdam. Zunächst mal meine positiven Eindrücke:
  • Schnelles Gerät: Eingaben werden prompt akzeptiert, schnelles Routing
  • Einfache Bedienung, besonders schön mit Fernbedienung.
  • Alle Anschlüsse sind am Sockel, man muss nur das Gerät einhängen und los gehts.
Leider sind mir doch überraschend viele negative Dinge aufgefallen:
  • TMC ging bei mir überhaupt nicht. Ich hatte gelesen, dass TomTom damit Probleme hat, aber dass das so schlimm ist hätte ich nicht gedacht.
  • Das Display spiegelt extrem stark. In Verbindung mit der Farbwahl (z.B. dunkelrot auf schwarz bei zu hoher Geschwindigkeit) ist teilweise kaum etwas zu erkennen.
  • Verkehrsmeldungen gibt es auch über das kostenpflichtige TomTom Travel, wenn man ein Bluetooth-Handy mit Internet-Verbindung hat. Allerdings musste ich die Kombination mit meinem SonyEricsson K800i auf der Fahrt vier mal neu starten, was nicht der Sinn der Sache sein kann.
  • Die Lautstärke kann für den iPod nicht separat geregelt werden. Das sieht dann so aus: Mein iPod sendet den Ton über ein iTrip auf mein Radio. Gleichzeitig kommt der Ton zeitversetzt aus dem Lautsprecher des Tomtom. Also muss ich den Ton für das TomTom abstellen. Dann bekomme ich aber auch keine Routing-Ansagen mehr. Nebenbei belegt die iPod-Anbindung die gleiche Buchse wie der TMC-Empfänger, so dass man nur den iPod steuern kann oder Verkehrsmeldungen bekommt. Das ist natürlich egal, weil TMC ja eh‘ nicht funktioniert. Ausserdem habe ich das iPod-Menü nicht komplett auf dem TomTom. Ich höre viele Podcasts, also habe ich mir im iPod die Podcasts ins Hauptmenü gelegt. Davon weiss der TomTom aber nichts, man muss schon ein bisschen damit navigieren, bis man sie findet.
  • Das Routing war auf der Strecke unbefriedigend. Vom Dreieck Nordwest zur A24 wollte der TomTom unbedingt immer durch die Hamburger Innenstadt im Berufsverkehr, vorzugsweise durch die Stresemannstrasse die nun wirklich immer dicht und eine 30-Zone ist. Und das obwohl ich ‚schnellste Route‘ und nicht ‚kürzeste Route‘ gewählt hatte. Schön ist, dass man Teilstrecken ausschliessen darf. Nach 10-20 Anläufen wollte TomTom dann statt dessen durch die Innenstadt von Harburg. Auf die nahe liegende Route über die Köhlbrandbrücke kam er einfach nicht.
  • Das Kartenmaterial ist alt. Die 8-Jahre alte Strasse in der ich wohne ist mit einem falschen Namen verzeichnet. Bei anderen Systemen ist das längst korrigiert. Ein über ein Jahr alter Kreisverkehr in meiner Nachbarschaft ist noch nicht bekannt.
  • Die Verkehrsmeldungen werden in winziger Schrift angezeigt, so dass ich sie kaum lesen konnte.
  • Die ganze Software wirkt etwas altmodisch auf mich, das können andere besser.
Dazu kommen noch ein paar Kleinigkeiten, die vielleicht auch Geschmackssache sind. Die Anzeige der Geschwindigkeit erfolgt dunkelrot auf schwarz. Also genau dann, wenn ich wissen will, wie schnell ich eigentlich fahren dürfte, kann ich sie nicht mehr ablesen. Sie warnt auch immer bereits bei einer Überschreitung von 10 km/h, was ich gerne geändert hätte.
Die Radarwarner haben auch nicht funktioniert, aber weil das - soweit ich weiss - zumindest in Deutschland verboten ist, ist das auch kein Nachteil.

Nun möchte ich nicht falsch verstanden werden. Der Tomtom ist mit Sicherheit kein wirklich schlechtes Gerät. Aber es gibt deutlich billigere Geräte und ich sehe nicht, wofür sich der Mehrpreis lohnen soll.

Für € 410,- hatte ich ein Gerät, bei dem am Ende des Tages die Enttäuschung überwog. Ich habe es am nächsten Tag zurückgegeben. Der Media Markt in Hamburg Altona hat das Gerät anstandslos zurück genommen. Vielen Dank dafür, das ist guter Service und das erfreulichste an dieser Erfahrung.

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