Sonntag, 13. Mai 2012

Fazit Fujifilm Finepix F770EXR im Test gegen Canon Powershot SX230 HS


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Leider stellte sich im Nachhinein heraus, dass die F770 mit der ich getestet hatte, wohl einen leichten Defekt am Objektiv hatte. Ich habe später ein neues Exemplar bekommen, welches bessers Abbildungsleistungen hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich die SX230 aber nicht mehr und konnte den Test nicht wiederholen.
Ich werde voraussichtlich noch einen Vergleich zur aktuellen SX260 einstellen. Nur kurz mein Fazit vorab:
Die F770 (und ihr Nachfolger F800) sind  nach meiner Meinung die derzeit besten Superzoom-Kameras am Markt. Die Abbildungsqualität des Fujinon-Objektivs ist absolut beeindruckend und stellt selbst einige Zoom-Objektive für Systemkameras, welche mehr kosten als die komplette F770, in den Schatten.
Insofern ist der folgende Testbericht nur eingeschränkt zu gebrauchen, da aber einige Punkte auch vom Objektiv unabhängig sind, lasse ich ihn so stehen. Aktuell sind die F770/F800 meine ganz klare Kaufempfehlung!
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Mein Testfeld für die Kompakt-Superzoom Kamera des Jahres wird ständig kleiner. Dieses Jahr gab es nahezu keine Kandidaten. Die Panasonic TZ's, früher immer sichere Kandidaten für den Titel der besten Superzoom - und mit der TZ10 die wohl immer noch beste Superzoom bis ISO200 - liefert seit der Umstellung auf CMOS-Sensoren nur noch unbefriedigende Kameras ab. So waren die im Netz verfügbaren Bilder von der TZ31 stark abschrekend, die extreme Rauschunterdrückung (NR) erinnert an einen Aquarelleffekt-Filter. Diesen gibt es bei den Sony's der HX-Serie auch schon seit Jahren dazu, und er ist nicht einmal abschaltbar. Canon's SX230-Nachfolgerin SX260 machte zwar Appetit durch den seit langem geforderten und endlich gelieferten stärkeren Weitwinkel, aber auch hier zeigten die verfügbaren Vergleichsbilder einen starken Qualitätsverlust zum Vorgängermodell. Die Angebote von Nikon im Kompaktbereich und auch Samsung fand ich seit Jahren uninteressant.
Fuji hingegen schien sich gegenüber dem Vorjahr gesteigert zu haben. Nachdem das alte Objektiv, welches von F300 bis F660 genutzt wurde immer starken Serienschwankungen ausgesetzt war, welche zu erheblichen Ecken- und Randunschärfen führten, schien das neue Objektiv trotz erweitertem Brennweitenbereich davon nicht betroffen zu sein. Und zumindest für mein Exemplar kann ich das im bestätigen. Also muss sich die F770 als einzige Kandidatin des aktuellen Jahrgangs meiner Vorjahressiegerin, der SX230 stellen. Die einzelnen Tests habe ich in den letzten beiden Wochen bereits gepostet:
  1. Fujifilm Finepix F770 Test auf Randunschärfe
  2. Fuji F770EXR Test: erste Vergleichsbilder mit der Canon SX230
  3. Fuji F770EXR Test: Vergleich mit der SX230 bei Tag
  4. Fuji F770EXR Test: LowLight-Vergleich mit der SX230
  5. F770EXR vs. SX230 hs: Fotos im Trainingssaal
  6. Fuji F770EXR Test: Videovergleich mit SX230
  7. Fuji F770EXR: Vergleich mit SX230 im Wald
  8. Test Fuji F770EXR vs. Canon SX230: was bringt RAW?
  9. Test Fuji F770EXR vs. Canon SX230 HS: Vorteil 500mm vs. 392mm?
  10. Test Fuji F770EXR vs. Canon SX230 HS: Low-Light Video Vergleich
Mit Fuji ist es immer so eine Haßliebe. Die Firma erlaubt es sich immer wieder, ein bisschen kauzig abseits des Mainstreams zu sein. Dabei kommen dann manchmal ganz tolle Kameras heraus. Wie z.B. die legendären low-light Expertinnen F30/F31. Oder der hochgradig scharf abbildende SuperCCD, der dann aber in so unzugänglichen Kameras wie der F100HS verpackt wurde. Dann wieder die F200EXR, welche für einige Zeit die Messlatte in ihrer Klasse war. Damit einher gehen aber auch immer wieder Probleme, wie z.B. die oben erwähnte Serienstreuung der Objektive oder auch bisweilen eigenartige Bedienkonzepte. Aber wenn eine Fuji gut ist, dann ist sie meistens so richtig gut. Was das Unternehmen beherrscht sind tolle Farben und Kontraste, für die man bei anderen Kameras häufig nacharbeiten muss. So hat Fuji doch viele Freunde, die es immer wieder zu Kameras dieser Marke drängt. Und auch ich kaufe immer wieder eine Fuji und hoffe, dass die tollen Eigenschaften die Macken überwiegen.

Das meiste zur F770 habe ich bereits in den zehn Einzeltests geschrieben. Hier noch ein paar Details, die nirgendwo hereinpassten. Fuji hat seiner F770 ein sehr schönes und solides Gehäuse spendiert, die SX230 sieht daneben aus wie ein billiger Plastikbomber.
Erfreulicherweise konnte Fuji die Einschaltzeit deutlich reduzieren, bei früheren F-Series häufig ein Problem. Die Einschaltzeit ist jetzt bei etwas über einer Sekunde, im Bereich dessen was ich von der SX230 gewohnt bin. Den Autofokus konnte Fuji schon seit langem richtig gut und auch bei der F770 sind die Zeiten zum Fokussieren bei Fotos nicht wahrnehmbar, ähnlich wie bei einer DSLR. Die SX230 genehmigt sich da spürbar mehr Zeit und ich habe mit der Canon schon so manchen Schnappschuss deswegen verpasst.
Fuji's Bedienkonzept gefällt mir gut und die F770 ist immer schnell. Aber kleine Hakeligkeiten gibt es dann immer noch. Im F-Menü fehlt mir z.B. die Umstellmöglichkeit auf RAW, welche tief in den Settings vergraben ist. Man könnte die Funktion auf den neuen FN-Button legen, aber den hatte ich schon für DR gebraucht.

Fazit:
Die Bilder aus der F770 sehen auf den ersten Blick meistens toll aus. Klasse Farben, gute Kontraste. Im Detail zeigen sich aber die Schwächen des Sensors. 16 Megapixel werden selbst in der APS-C Klasse selten überschritten, und das aus gutem Grund. Und so zeigen die 16mp meistens weniger Details als die 12mp der SX230.
Auch beim Stabilisator ist Fuji noch nicht dem Stand von Canon oder Panasonic. Während mit dem Canon-Stabi Belichtungszeiten bis hoch auf 1/4s oft noch gelingen, ist bei seinem Fuji-Gegenstück unter 1/15s meistens Schluss.
Erfreulich wiederum: die EXR-Automatik mit wahl des besten Motivprogramms sowie des besten DR-Modus's arbeitet mittlerweile narrensicher. Wer Wert auf Video legt, sollte sich allerdings eine andere Kamera zulegen oder alternativ einen Camcorder anschaffen. Hier ist Fuji noch ein gutes Stück vom Klassenstandard entfernt.
Sehr gut ist wiederum der Bildschirm der Fuji, eine echte Freude im Vergleich zu SX230.
Insgesamt ist die F770 keine wirklich schlechte Kamera, aber für die Spitzenklasse reicht es noch nicht. Erfreulich ist, daß Fuji die F770 in vielen Belangen gegenüber ihren direkten Vorläufern verbessert hat. Und gerade wo Canon dieses Jahr einen Rückschritt gemacht hat und Panasonic dies bereits vor zwei Jahren getan hat und noch nicht zu alter Form zurück findet, konnte Fuji einiges an Boden gutmachen.
Somit kann ich eine eingeschränkte Empfehlung für die F770EXR aussprechen.
Wer eine universelle Kamera sucht, die unter den meisten Bedingungen ordentliche Bilder macht, die auf den ersten Blick sogar sehr gut aussehen, der sollte die F770 in die engere Wahl ziehen. Auch das vorhandensein von EXR-DR oder dem Pro Low-Light Modus hilft, unter schwierigeren Bedingungen noch Fotos zu bekommen, wo andere Kameras schon Probleme bekommen können. Die Wirkung des SN-Modus' wäre zwar auch hinterher per EBV zu erhalten, aber für Nutzer die überhaupt keine EBV nutzen wollen ist der Modus eine grosse Hilfe.
Damit ist die F770 eine sehr gute Kamera für alle, die sich nicht viele Gedanken machen wollen, sondern einfach abdrücken und dafür gute Bilder bekommen möchten. Nur Video sollte nicht auf dem Wunschzettel stehen, sondern höchstens als Dreingabe angesehen werden.
Wer hingegen ein wenig Einstellung und Nachbearbeitung nicht scheut, bekommt mit der SX230 die wohl immer noch beste Kompakt-Superzoom Kamera, die zur Zeit am Markt ist. Und die nagelneue F770 wird im Moment für Preise um €300,- angeboten, während das Auslaufmodell SX230 für um die €200 über den Ladentisch geht.
Und noch eines: wenn ich mit der F770 und der SX230 in den Taschen unterwegs war und spontan ein Bild machen wollte, griff ich immer lieber zur Fuji, obwohl ich wusste dass ich mit der Canon wahrscheinlich ein besseres Ergebnis erhalte. Vielleicht schafft Fuji es ja bis zum nächsten Jahr, die F-Serie weiter zu entwickeln und z.B. die Sensorauflösung auf 14mp zu senken und auch endlich die Videoproblematik in den Griff zu bekommen. Dann könnte daraus glatt noch etwas werden.

Donnerstag, 10. Mai 2012

Test Fuji F770EXR vs. Canon SX230 HS: Low-Light Video Vergleich

Video war nie die Stärke der Fuji F-Series und schon bei Tageslicht fiel die F770 deutlich hinter die SX230 zurück. Eine besondere Schwäche des Vorgängermodells F550 war, dass Videos in Low-Light Szenarien viel zu dunkel dargestellt werden. Nach Fuji's Angaben sollte das Problem mit der F600 behoben worden sein, was ich nicht überprüft habe. Fuji wirbt auf ihrer Website sogar die Filmqualität der F770 bei 'low-light conditions'. Hier der reality-check:


Das Video der F770 ist anfangs viel zu dunkel, der Raum war viel heller als von der F770 wiedergegeben. Das ist noch genau so schlecht wie von der F550 und so nicht wirklich zu gebrauchen. Die Details von der Zeitung am Ende sind auch nicht wirklich beeindruckend.


Das es besser geht, zeigt die SX230. Bei diesen Lichtverhältnissen wird das natürlich kein besonders schönes Video und auch die SX230 rauscht sichtbar. Aber das Video ist immerhin noch nutzbar und die Zeitung am Ende wird ordentlich abgebildet. Immerhin hat die F770 den Weissabgleich besser gemeistert, während die SX230 eine zu warme Temperatur gewählt hat.

Sorry Fuji, aber im Kapitel Video habt Ihr nicht wirklich nachlegen können und seid immer noch nicht auf dem Stand, wo die Konkurrenz letztes Jahr war.

Sonntag, 6. Mai 2012

Test Fuji F770EXR vs. Canon SX230 HS: Vorteil 500mm vs. 392mm?

Nominal hat die F770 eine Telebrennweite von 500mm und ist damit der SX230 mit 392mm deutlich überlegen. Aber hat die F770 wirklich einen Vorteil am Teleende?


Hier ein Volltele bei 392mm aus der SX230. 


Dank 500mm Telebrennweite kommt die F770 etwas dichter ran. Der Unterschied ist allerdings nicht so beeindruckend wie es die reinen Zahlen suggerieren.


Durch Zuschnitt lässt sich natürlich der gleiche Bildausschnitt aus dem Bild der SX230 erstellen. Aber das geht natürlich zu Lasten der Auflösung. Aber wie sieht es im Vergleich aus?


Hier das Vogelnest als Ausschnitt aus der F770 ...


... und hier der gleiche Ausschnitt aus der SX230. Wie man deutlich sieht, zeigt das Bild der SX230 mehr Details. Trotz der nominal grösseren Brennweite im Telebereich ist die SX230 die Kamera mit der stärkeren Leistung am Teleende.

Nun wurde das Bild der F770 nur mit 8mp statt mit vollen 16mp aufgenommen. Aber meine bisherigen Testbilder zeigen deutlich, dass die F770 auch bei 16mp einen Auflösungsnachteil gegenüber der SX230 hat. Bei 16mp enthalten die Bilder zwar viel mehr Pixel, aber nur wenig mehr Details.

Den Vorteil der F770 im Weitwinkel kann die SX230 nicht ausgleichen, aber am Teleende zieht die SX230 trotz geringerer Spezifikation an der F770 vorbei.

Samstag, 5. Mai 2012

Test Fuji F770EXR vs. Canon SX230: was bringt RAW?

In allen vorherigen Tests war das Ergebnis eindeutig. Bei den Details fällt die F770 trotz 16 Megapixel deutlich hinter die SX230 mit 12 Megapixel zurück. Aber die F770 bietet auch ein RAW-Format und die aktuelle Beta von Lightroom 4.1 versteht dieses mittlerweile auch. Wie viel lässt sich darüber noch herausholen?

Hier zunächst das JPEG out-of-camera (ooc)


Dazu hier meine RAW-Entwicklung mit ALR 4.1rc


Zum Vergleich hier das JPEG aus der SX230. Dieses ist bereits ooc besser als das entwickelte RAW aus der F770.


Und noch ein in ALR überarbeitetes JPEG aus der SX230

Auch wenn die SX230 standardmässig kein RAW liefert - was sich aber über die inoffizielle Firmware CHDK nachliefern lässt - lässt sich das Bild noch etwas in ALR optimieren. Die Highlights etwas runter und die Details rauf, dadurch werden die Strukturen im Gras noch stärker hervorgehoben.

In der 1:1-Ansicht zeigen sich die Unterschiede dann deutlich:


Das JPEG aus der F770: wenig Details und Highlight-Clipping.


Im RAW konnte ich einige der Highlights retten, aber nicht mehr alle. Ich habe mehr Details heraus holen können, aber auch etwas Rauschen stehen gelassen.


Das JPEG aus der SX230 ist schon ohne Bearbeitung deutlich besser.


Auch beim JPEG der SX230 habe ich noch ein paar Highlights zurückgeholt und die Details angehoben.

Wie schon bei der F550EXR zeigt sich auch bei der F770EXR, daß RAW zwar eine nette Beigabe ist und sich damit auch die Qualität der Ergebnisse verbessern lässt. Das nützt am Ende aber wenig, wenn selbst das bearbeitete RAW nicht an die Qualität des JPEG ooc der SX230 herankommt.

Freitag, 4. Mai 2012

Fuji F770EXR: Vergleich mit SX230 im Wald

In dieser Runde muß die F770 gegen die SX230 im Wald antreten. Bilder aus der SX230 sehen aufgrund der geringen Kontraste immer recht flau aus, insofern war die Hoffnung bezüglich der F770 groß.



 links F770 - rechts SX230

Hier zwei Bilder, bei denen mir das F770-Exemplar deutlich besser gefällt als jenes aus der SX230



Insgesamt bringt der Tag im Wald aber keine neuen Erkenntnisse, sondern bestätigt die bisherigen Erkenntnisse. Wie erwartet liefert die F770 auch unter diesen Bedingungen wieder deutlich knackigere Bilder und Dynamik, die SX230 dafür mehr Details.

Donnerstag, 3. Mai 2012

Fuji F770EXR Test: Videovergleich mit SX230

Video war seit langem die schwache Seite bei der Fuji F-Series. Während Canon, Panaonic, Samsung und Sony Digitalkameras bauen, die für viele als Ersatz für den Camcorder ausreichen, hinkte Fuji immer hinterher. Auch wenn seit F550EXR 1080p zum nominal Lieferumfang gehört, lag die Qualität immer deutlich hinter der Konkurrenz. Wie schlägt sich hier die neue F770EXR im Verlgeich zur sehr guten SX230?
Hier das Video der F770:


Zum Vergleich das Video aus der SX230:


Ganz offensichtlich kommt die Fuji hier nicht an die ein Jahr ältere Canon heran. Anfangs pumpt der Fokus, der Stabilisator macht einen schlechteren Job und der Zoommotor ist laut und deutlich zu hören. Selbst wenn der Fokus sitzt bleibt die F770 von den Details deutlich hinter der SX230 zurück.

Hier noch ein paar Ausschnitte aus den Filmen:



links F770 - rechts SX230

Auch wenn Fuji Full-HD 1080p als Feature bewirbt, sollte man das nur auf das Dateiformat beziehen, für die gebotenen Details reicht 720p locker aus. Der Autofokus pumpt weniger, als das noch bei der F550 der Fall war, Fuji macht hier zumindest leichte Fortschritte. In Anbetracht der Konkurrenz ist das aber zu wenig. 

Mittwoch, 2. Mai 2012

F770EXR vs. SX230 hs: Fotos im Trainingssaal

Ein einer Pause beim Training war etwas Zeit für ein paar kurze Fotos.

links F770 - rechts SX230

Auch unter diesen Lichtverhältnissen gibt es keine neuen Erkenntnisse. Das Bild der F770 wirkt knackiger im Ganzbild, in 1:1-Darstellung zeigt die SX230 aber mehr Details. Dank des etwas weiteren Weitwinkels, passt bei der F770 das ganze Fenster mit auf das Bild.

links F770 - rechts SX230

Bei diesem Bild ist die Aufnahme der F770 nicht nur im Ganzbild knackiger, sondern auch im Detail. Das Bild der SX230 ist entweder verwackelt - bei 1/30sek aber unwahrscheinlich, oder ein Fehlfokus. Das kommt bei der SX230 selten vor, ist aber offensichtlich nicht ausgeschlossen.

 links F770 - rechts SX230

Auch hier sind die Kontraste der F770 schöner, aber die Vorteile im Detail fallen sogar schon in der Ganzbild-Darstellung auf.

 links F770 - rechts SX230

In der 1:1-Ansicht fallen die Unterschiede dann sehr deutlich auf, die SX230 zeigt sichtbar mehr Detail.

Zusammenfassend das gleiche wie bei den bisherigen Vergleichen. Unbearbeitet zeigt die F770 etwas bessere Bilder im Gesamteindruck, die SX230 hingegen punktet bei den Details.

Dienstag, 1. Mai 2012

Fuji F770EXR Test: LowLight-Vergleich mit der SX230

Jetzt geht es an die ISO-Grenzen der Kompakt-Superzooms. Ganz klar ist: wer regelmässig mit ISO800 und mehr fotografieren will, benötigt eine andere Kamera. Dann wird zumindest eine S95, EX-1 oder LX5 benötigt, wenn nicht sogar eine Systemkamera. Aber als Allrounder sollten die Kameras zumindest für gelegentliche Schnappschüsse mit ISO800 gut sein. Im Zweifelsfall ist ein Erinnerungsfoto aus einer Superzoom besser als gar keines.

Interessanterweise ist die Größe der Sensorpixel der beiden Kameras nahezu identisch. Die F770EXR hat zwar mehr Megapixel als die SX230, nämlich 16mp statt 12mp. Dafür hat sie aber auch einen etwas grösseren Sensor, 1/1,2'' anstatt 1/1,23''. Auch sind beide Sensoren Back-Side-Illuminated (BSI) CMOS Prozessoren. Das Rauschverhalten sollte also bei beiden vergleichbar sein.


links F770 - rechts SX230
Bei diesem Bild sind die Unterschiede dann auch gering. Ich habe die Automatik auf max.ISO800 eingegrenzt. Die Belichtung habe ich manuell angepasst, weil beide Kameras zu hell belichten wollten. Da die SX230 kein live-Histogramm bietet, habe ich nach dem Vorschaubild eingestellt, welches aber zu hell anzeigte, so dass das Ergebnis jetzt etwas zu dunkel ist. Bei der F770 konnte ich dank live-Histogramm die Belichtung genau treffen. Die F770 hat die Farben etwas besser hinbekommen, hier sehe ich ganz leichte Vorteile für die F770.


Wenn ich es der Automatik erlaube, geht sie hier aber auf ISO1600. Beachtenswerterweise ist das ISO1600 nicht so viel schlechter als das Bild mit ISO800. Hier macht sich der BSI-CMOS Sensor bemerkbar. Trotzdem sollte diese Einstellung nur in Notfällen gewählt werden, wirklich schön ist das Ergbnis nicht mehr. Die F770 hatte Probleme mit dem Stabilisator, das Bild ist noch das beste aus der Serie. Hätte ich die Belichtung der SX230 etwas besser einstellen können, hätte sie auch etwas länger belichten müssen, aber das verträgt Canon's hervorragender Stabilisator. Sein Fuji-Pendant ist eher mal überfordert. Daher gibt es bei diesem Bild keine Wertung, die Bedingungen sind nicht exakt gleich.


Als Dreingabe bietet die F770 noch den Pro-Low-Light Modus. Hier werden 4 Bilder mit ISO3200 in schneller Folge gemacht und miteinander verrechnet, um das Rauschen zu reduzieren. Die Ergebnisse fand ich aber nicht beeindruckend, das ISO800 gefällt mir besser. Der Modus macht mit ISO3200 nur Sinn, wenn ISO1600 nicht mehr möglich sind. Schade, wäre das Bild aus vier ISO1600 Bilder zusammengesetzt worden, wäre das Resultat vielleicht sogar noch brauchbar gewesen.

 links F770 - rechts SX230

Dieses Motiv nehme ich normalerweise mit mehr Tele auf, allerdings war der Stabi der Fuji damit völlig überfordert, dass kein brauchbares Bild mehr entstand. Der Fuji-Stabilisator funktioniert noch gut bis 1/15sek., darüber entsteht viel Ausschuss. Sein Gegenstück von Canon hält das Bild auch noch ruhig bis 1/8sek. und selbst bei 1/4sek. bekommt man oft noch ein gutes Bild mit höchstens sehr geringen Verwacklungen hin.

links F770 - rechts SX230

Gebe ich die ISO's frei, geht die Fuji auf ISO1250, die Belichtungszeit auf 1/15sek. und damit ist der Stabi auch wieder im sicheren Bereich. Die Aufnahmen geben sich dann wenig, die F770 hat die Farben etwas besser getroffen.


Das Pro-Low-Light Bild der Fuji wurde dieses Mal mit ISO2500 aufgenommen und ist das beste Bild aus der F770. Es rauscht deutlich weniger als das ISO1250-Bild.

links F770 - rechts SX230 

Die Fuji hat bei diesem Motiv die Farben exakt getroffen, während die Canon eine zu warme Farbtemperatur gewählt hat. Die Detailwiedergabe ist fast identisch, trotz 16mp bei der F770. Ich finde sogar ein paar Stellen auf der Zeitung, die von der SX230 besser dargestellt werden. Insgesamt sind die Unterschiede in den Details aber vernachlässigbar.
links SN-Mode - rechts Pro-LowLight Mode

Hier noch die Modi SN und Pro-LowLight der F770. Da die F770 bei ISO400 noch wenig rauscht, macht es keinen Sinn hier schon auf SN zu gehen, da sich die Auflösung halbiert. Einige Texte der Zeitung sind dadurch nicht mehr lesbar. Auch der Pro-LowLight Modus macht hier keinen Sinn, er zeigt etwas weniger Details als das ISO400 Bild.

Abschliessend lässt sich sagen, dass beide Kameras für eine Superzoom ordentliche LowLight-Eigenschaften mitbringen. Die F770 hat mit den SN und Pro-LowLight Modi Hilfsmittel die greifen können wenn der Sensor eigentlich schon am Ende ist. Dafür schwächelt die Fuji beim Bildstabilisator. Der Stabi der Canon gehört zum besten, was in der Klasse verbaut wird. Damit ermöglicht die SX230 längere Belichtungzeiten - zumindest für statische Motive. Die Fuji trifft die Farben besser und ermöglicht dank live-Histogramm eine bessere Belichtung. Insgesamt würde ich fast ein Unentschieden geben, sehe aber vielleicht leichte Vorteile bei der Fuji F770. Diese sind aber nicht groß genug, dass ich daran eine Kaufentscheidung festmachen würde.

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