Posts mit dem Label sony werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label sony werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 31. Januar 2015

Ergebnis Kameravergleich: D3300, a58, a6000, E-M10 & GX7

Der Test zog sich am Ende fast über ein Jahr, in dem ich die verschiedenen Kameras mal mehr, mal weniger getestet habe. Das Ergebnis bezieht sich auf mein Hobby-Knipser Profil, bei anderen Anforderungen kommt vermutlich ein anderes Ergebnis heraus. Noch einmal zusammengefasst: ich suchte eine Kombination mit zwei Objektiven. Ein kleines Objektiv, mit dem die Kombination möglichst portabel sein soll. Und ein Travelzoom, dass einen grossen Brennweitenbereich abdecken soll.
Canon trat bei mir gar nicht erst zum Test an. Die Sensor-Leistung der aktuellen Canon APS-C Kameras rechtfertigt aus meiner Sicht nicht das Mehrgewicht und zusätzliche Packmaß im Vergleich zu mft, s. z.B. aktuelle Modelle auf dxomark.com.
Die Nikon D3300 war als erste aus dem Rennen, trotz der definitiv besten Bildqualität in diesem Vergleichsfeld. Das ganze verpackt in einem, für eine DSLR, kleinem und leichten Body. Dazu ein erstaunlich scharfes Kit-Objektiv. Aber die Bedienung der Nikon finde ich zu sperrig, noch einmal eine Klasse schlechter als die von Olympus.
Die a58 war meine Haupt-Kamera für einige Monate und einen ganzen Urlaub dabei. In dem Urlaub stellte ich auch fest, dass eine DSLR aus Gewicht- und Platzgründen nicht das richtige ist. Vor einer Bergwanderung mit vielen schönen Motiven entschied ich mich, die a58 zurückzulassen und statt dessen eine Kompaktkamera mitzunehmen, weil mir die a58 mit Travelzoom einfach zu schwer und groß war. Damit war klar, dass ich im Bereich der spiegellosen Systemkameras landen werde.
Nacheinander im Test waren die Sony a6000, Olympus OM-D E-M10 und Panasonic GX7. Fuji war nicht vertreten. Die aktuellen Modelle in der Preisklasse unter EUR 1.000,- haben noch ein AF-System welches mir nicht ausreicht. Die X-T1 hat zwar neues und sehr gutes AF-System, fällt aber preislich aus dem Rahmen (Update: die im Mai 2015 angekündigte X-T10 hat das AF-System der X-T1 geerbt und passt grundsätzlich in die Auswahl, kam aber für diesen Vergleich zu spät auf den Markt).

Als nächste fiel die a6000 durch das Raster. Zwar hat sie ein neues, superschnelles AF-System bekommen. Dieses funktioniert aber nur aber bei gutem Licht, nur mit bestimmten Objektiven und nicht mehr bei kleinen Blendenöffnungen. Während das Kit-Objektiv SEL1650 ab Werk den Phase Detection Auto Focus (PDAF) unterstützt, benötigt das SEL18200LE zunächst ein Firmware-Update, welches der Anwender – im Gegensatz zu anderen Sony-Objektiven – nicht selbst durchführen kann. Möglicherweise weil es sich hierbei um eine Tamron-Konstruktion handelt. Der Sony-Support erledigt das in ungefähr zwei Wochen. Aber auch mit dem Update ist der AF des 18200LE alles andere als schnell und bei weniger gutem Licht schon praktisch unbrauchbar. Auf einem Tanzturnier, also in einem beleuchteten Saal, musste das 18200LE im Telebereich oft mehrere Sekunden pumpen bis ein Fokus gefunden wurde. Oder manchmal gab der Autofocus auch auf, dann half nur manueller Fokus.
Ohnehin ist das 18200LE recht unbequem an der a6000 zu halten. Im Vergleich zu den mft-Kameras mit dem 14-150 ist die Sony-Kombo zwar nur ca. 150g schwerer. Aber bei den mft-Modellen ist der Body schwerer und das Objektiv sehr leicht, somit sind diese Kombinationen gut zu halten. Bei der Sony-Kombination sitzt der Schwerpunkt vorne im Objektiv, aufgrund des Hebels wirkt diese Kombination sehr viel schwerer weil die Front des Objektivs nach unten drängt und die Hand ständig korrigieren muss.
Auch war die Abbildungsleistung des 18200LE deutlich hinter seinem mft-Konkurrenten Olympus 14-150. Nun gelten die Travelzooms ohnehin als die am schlechtesten abbildenden Objekte, aber zwischen dem 18200LE und dem 14-150 liegt eine ganze Klasse. Es gibt noch das ältere SEL18200, welches besser abbilden soll. Aber damit steigt das Gesamtgewicht auf fast 900g, was an einem so kleinen Griff kein Spaß ist (s. z.B. camerasize.com).
Abb.: a6000 mit SEL18200LE wiegt 839g

Das 1650PZ ist zwar schön handlich, aber Sony musste viel tricksen, um das Objektiv so klein zu bekommen. Das Objektiv wird nachträglich massiv in Software korrigiert. Dadurch fallen die Ecken stark ab, es wird auch viel Vignettierung korrigiert. Auch hier gibt es bessere Objektive, wie z.B. das SEL1855, aber damit wird das Gesamtpaket gleich wieder größer und schwerer. Auch hier sieht es bei mft viel besser aus, die von Haus aus viel kleineren mft Kit-Objektive bilden besser ab und müssen auch viel weniger korrigiert werden als das SEL1650, welches für mich ein zu starker Kompromiss ist.
Nebenbei sind die 24mp RAW-Files der a6000 sehr groß und bringen auch gut ausgestattete Rechner ins Schwitzen. Die hohe Sensor-Auflösung macht aber nur mit entsprechend auflösenden Objektiven Sinn. Nun kann man aufgrund des geringen Auflagemaßes zwar praktisch alles an die a6000 adaptieren. Man sollte sich aber auch im klaren sein, dass die 24mp an den Standard SEL-Objektiven einfach vergeudeter Platz ist.
Abb.: E-M10 mit 14-140 bei 676g, mit Griff aber schon bei 767g

Heisst das jetzt, dass die a6000 eine schlechte Kamera ist? Absolut nicht, auch wenn dies zunächst so klingt. Die a6000 macht absolut Sinn mit leichteren, hochwertigen Objektiven. Wenn die AF-Performance bei schwachen Licht weniger wichtig ist oder ohnehin adaptierte Objektive manuell fokussiert werden. Ein ordentliches universal-Ojektiv für die a6000 ist z.B. das Zeiss 1670 f4.0. Wer keinen größeren Brennweitenbereich benötigt, bekommt mit dieser Kombination ein noch handliches und recht leistungsfähiges Gesamtpaket. Die a6000 ist eine sehr gute Kamera, die nur nicht gut zu meinem Anforderungsprofil passt.
Somit bleiben noch die beiden mft-Kameras E-M10 und GX7 in meiner Auswahl. Zunächst habe ich die E-M10 für ca. 4 Monate als meine Haupt-Kamera benutzt. Die E-M10 ist schon eine tolle Kamera, es ist schon erstaunlich wie viel Leistung heute in ein so kleines Gehäuse passt. Im Laufe der Zeit haben mich aber einige Punkte gestört. Zunächst einmal ist die E-M10 sehr klein und handlich, wenn sie z.B. mit dem 14-42PZ betrieben wird. Die beiden oberen Einstellräder sind optimal platziert und bedienen sich traumhaft gut. Die Haptik der E-M10 ist insgesamt hervorragend.
Aber sobald ein nur etwas größeres Objektiv an die Kamera kommt, wird sie unhandlich. Mit dem 280g leichten 14-150 lässt sich das Gesamtpaket für meinen Geschmack nicht mehr komfortabel halten. Olympus bietet einen passenden Griff für die E-M10 an, mit dem die Kombination dann wieder sehr komfortabel zu halten ist. Zum einen trägt aber der Griff dann auch wieder ca. 100g zum Gesamtgewicht bei. Zum anderen wird das Handling etwas unbequemer, weil man zum Akku- oder SD-Karten-Wechsel immer den Griff abnehmen muss, auch wenn das über einen Schnellverschluss recht einfach geht.


Mit der Menüführung von Olympus habe ich mich nie wirklich anfreunden können. Nach einiger Zeit kam ich damit zwar einigermaßen klar, aber gut geht eben anders.
Aber die wichtigsten beiden Punkte: die Automatiken von Olympus sind aus meiner Sicht absolut nicht auf der Höhe der Mitbewerber, ich bin einfach mehr Unterstützung gewöhnt. Als Beispiel: ich habe in einem Urlaub eine dunkle Holzhütte aus kurzer Entfernung fotografiert, sie füllte etwa 60-70% des Bildes, der Rest war Grünzeug drum herum. Die E-M10 hat korrekt auf 18% Neutralgrau belichtet, was natürlich dazu führt, dass die Hütte viel zu hell auf dem Bild abgebildet wurde. Das Ergebnis war also technisch einwandfrei, aber führte nicht zu dem gewünschten Ergebnis.
Die Sony a6000 hat die Szene irgendwie erkannt, so dass die Szene auf dem Bild abgebildet wurde wie mit den Augen wahrgenommen. Sämtliche Bilder, die nicht so belichtet wurden wie gewünscht, waren natürlich darauf zurückzuführen, dass ich als Fotograf irgend etwas nicht beachtet und entsprechend parametriert hatte. Es war immer meine Schuld und bei korrekter Einstellung hätte die E-M10 auch die gewünschten Resultate geliefert. Aber die Welt hat sich in den lezten 10 Jahren weiterbewegt und die Hersteller haben viel in Automatiken investiert, welche die Kameras viel gutmütiger machen und unzureichende Bedienung ausgleichen. Nun muss man dieses Problem in Relation stellen. Natürlich sind die Bilder der E-M10 meistens schon belichtet wie gewünscht. Nur war die Ausfallquote bei mir einfach deutlich höher als mit allen anderen Kameras, die ich länger genutzt habe. Das ist für mich um so wichtiger, da die Kamera auch von Familienmitgliedern genutzt wird, die sich nicht für Fotografie interessieren und per Automatik einfach möglichst gute Bilder bekommen möchten.
Selbst wenn die Bilder wie gewünscht belichtet waren, hatte ich meine Probleme mit den Olympus-Farben. Das wird wohl an mir liegen, denn viele kaufen Olympus Kameras ja gerade wegen der Farben. Bei mir ist es anders herum. Ich empfinde die Farben oft als zu künstlich, speziell Violett- und helle Grüntöne wirken auf mich merkwürdig im Farbspektrum verschoben. Das vielgelobte puschen des Himmelsblaus wirkt auch oftmals zu künstlich auf mich. Das lässt sich natürlich alles über entsprechende JPEG-Parametrierung ändern oder aus dem RAW korrigieren, führte für mich aber insgesamt zu erhöhtem Nachtbearbeitungsaufwand. Auch unterschiedliche Farbeinstellungen brachten mich wenig weiter. Natural war für meinen Geschmack zu blass, Vivid dann wieder viel zu knallig.
In der Summe klingt das jetzt negativer als es soll. Die E-M10 ist eine sehr gute Kamera und wäre fast meine Gewinnerin geworden. Aber das Gute ist des Besseren Feind. Am Ende hat die GX7 alles für mich richtig gemacht. Durch den etwas größeren Griff ist sie besser zu halten, auch mit dem 14-150 benötige ich keinen separaten Griff. Der schwenkbare Sucher erschien mir zuerst wie ein ein unnötiges Gimmick, mittlerweile nutze ich ihn regelmäßig und möchte nicht drauf verzichten. Das gesamte Bedienkonzept der GX7 ist vorbildlich, inklusive sinnvoller Touch-Unterstützung praktisch überall. Ich habe noch nie so wenig an einer neuen Kamera konfiguriert, die GX7 kommt mit einer für mich praktisch perfekten Voreinstellung. Lediglich den Wifi-Button habe ich umkonfiguriert, um damit den Elektronischen Verschluss ein-/auszuschalten.
Erstaunlicherweise macht der 2-Achsen Stabilisator bei mir einen besseren Job (s. mein Blog Gadgetechtoya) als sein 3-Achsen Pendant der E-M10. Das ist für mich kein Kaufgrund, weil auch der Stabilisator der E-M10 für mich mehr als ausreichend ist. Aber einen noch besseren Stabilisator nehme ich gerne mit.
Die Videoqualität der GX7 lässt jene der E-M10 weit hinter sich (erst mit der mittlerweile verfügbaren E-M5 Mk2 hat Olympus hier gleichgezogen). Und beim Autofokus sind zwar beide schon sehr gut, aber die GX7 ist hier speziell bei schwachem Licht noch einmal merklich besser.
Und dazu noch Panasonics bekannte Stärken: die sogenannte intelligente Automatik verdient ihren Namen zu recht. Auch wenn die meisten Anbieter hier in den letzten 10 Jahren einiges geleistet haben, ist für mich die Panasonic-Automatik immer noch der Gold-Standard. Dazu arbeitet die JPEG-Engine genau so, wie ich sie haben möchte. Das erspart mir in den meisten Fällen die RAW-Bearbeitung. Teilweise sind die JPEG-Ergebnisse sogar besser als das, was ich mit ein paar Minuten RAW-Bearbeitung hinbekommen würde. Da müsste ich z.T. schon richtig Zeit investieren. Die Farben wirken absolut natürlich und sind normalerweise nur wenig gepusht. In sonnigen Situationen gibt das schöne, leuchtende Bilder, die aber nicht künstlich wirken. Ich hatte noch bei keiner meiner bisherigen Systemkameras so wenig die Notwendigkeit, die RAW's zu bearbeiten wie bei der GX7. Und das merke ich in Summe deutlich. Normalerweise habe ich immer einen ganzen Schwung Fotos auf der Festplatte, die noch nachbearbeitet werden müssen. Seit der GX7 komme ich damit viel schneller durch, weil ich eben oft das JPEG ooc direkt nutze oder höchstens begradige.
Nun ist die GX7 nicht in jeder Hinsicht besser als die E-M10. Die Haptik der beiden oberen Einstellräder ist bei der E-M10 einfach vorbildlich und besser als bei der GX7. Auch die Konfigurationsmöglichkeit der beiden Einstellräder sind bei der E-M10 besser. Und die Gesichtserkennung ist bei der E-M10 deutlich besser umgesetzt, insbesondere mit der integrierten Augenerkennung, auch mit Fokussierung auf das jeweils nähere Auge. Die Suchermuschel der E-M10 ist bei Sonnenlicht deutlich besser, bei der GX7 gibt es zwar eine vergleichbare als Zubehörteil, aber bei dem Systempreis sollte eine anständige Augenmuschel im Preis enthalten sein, zumal es sich ja nur um ein Stück Gummi handelt. Um das hier ganz klar zu sagen: gäbe es nicht die GX7, wäre die E-M10 jetzt meine Haupt-Kamera. Auch wenn ich hier viel Kritik geäußert habe, so ist das Kritik auf hohem Niveau.
In der Summe der Eigenschaften ist für mein Anwendungsfeld meine Gewinnerin die Panasonic Lumix DMC-GX7.
Nachtrag: für die zwischenzeitig erschienene E-M10 Mark II habe ich meine Bewertung noch ein Mal angepasst.
Arnes Kauftip: Panasonic Lumix DMC-GX7

Sonntag, 28. Dezember 2014

Erfahrungsbericht Sony Alpha a6000


Die a6000 ist der Nachfolger der hervorragenden und erfolgreichen NEX-6 mit schnellerem Phasen AF (PDAF) und einem überarbeiten Bedienkonzept welches sehr dem der Alpha DSLR's ähnelt.
Eine der Vorgängerinnen der a6000, die NEX-5R durfte damals nicht bleiben. Ihr AF tendierte im schwächerem Licht gegen unbrauchbar und das Bedienkonzept war eher hinderlich. Also war spannend zu schauen, in wie weit Sony die bisherigen Mängel wegoptimieren konnte.
Mit einem 18200LE hat die NEX-5T auf einem Tanzturnier im beleuchteten Sahl teilweise erst nach mehreren Sekunden fokussiert, trotz PDAF-Unterstützung in Kamera und Objektiv. Aber die herausragende und am meisten beworbene neue Funktionalität ist das neue Phase Detection Auto Focus (PDAF) System in Kombination mit einem verbesserten Constrast Dectection Auto Focus (CDAF) ergibt einen Hybrid-AF mit 179 Phasen-AF Punkten. Dazu gibt es es eine Serienbildgeschwindigkeit mit 11 Bildern/Sekunde. Das sind Performancewerte, die bis vor kurzem in dieser Preisklasse noch überhaupt nicht erreicht wurden. Zumindest auf dem Papier. Allerdings erheben gerade fast alle Anbieter den Anspruch, den schnellsten AF im Segment der Speigellosen zu besitzen. Was diese Aussagen wert sind, zeigt zum Beispiel ein Vergleich von TheCameraStoreTV http://youtu.be/up8K_xd_iwU. Kurzum: auch Panasonic hat ein brandneues CDAF-Konzept, welches hier den Sieg davon trägt. Allerdings zeigt eine Nikon D4S, wo die Meßlatte noch hängt. Aber immerhin: die schnelleren Spiegellosen können heute mühelos vergleichbar teure Einsteiger-DSLR's in Bezug auf AF-Geschwindigkeit hinter sich lassen. Meine a6000 hatte auf jeden Fall überhaupt keine Probleme, meinen Sohn auf einem Roller in einer schnellen Serie zu verfolgen, während er erst auf mich zu, dann an mir vorbei und schließlich von mir weg fuhr. Das sollte im Privatbereich ausreichen, alles andere kann man den Profis und ihren Systemen zu überlassen.
Auch die Bedienung der a6000 wurde einer kompletten Überarbeitung unterzogen, die Menüführung entspricht jetzt jener der Alpha DSLR's und ist somit absolut gelungen. Wie die NEX-6 verfügt die a6000 im Gegensatz zur 5R über mehr Bedienelemente, somit muß man ohnehin seltener in das Menü absteigen. Und vorher gibt es auch noch das Quick-Menü, welches die Bildanzeige überlagert. Darin lassen sich die meisten aufnahmerelevanten Parameter einstellen. Somit muß man selten in das Haupmenü, und wenn dann ist das aufgrund der guten Strukturierung kein Problem. Von der Bedienung her ist die a6000 tadellos, niemals hatte ich das Gefühl daß mir die Bedienung der a6000 irgendwann im Wege steht. Ganz im Gegenteil, die a6000 macht Spaß. Es gibt nur Kleinigkeiten, die aus meiner Sicht noch verbessert werden können. Das Modus- und das hintere Einstellrad könnten getauscht werden, weil das linke Rad besser erreichbar ist wenn man die Kamera vor dem Gesicht hat und damit ja normalerweise ein aufnahmerelevanter Parameter eingestellt wird. Auch ein Touch-Screen würde der a6000 gut zu Gesicht stehen.

Die a6000 zeichnet, wie alle Alphas, die hervorragende Automatik aus welche sie voll Point-and-Shoot tauglich macht. Sie tendiert in der Grundeinstellung zu sparsamer Belichtung, was aber den Vorteil hat, daß die Highlights normalerweise gerettet sind und höchstens die Schatten aufgehellt werden müssen. Das erledigt Sony's Dynamic Range Optimizer (DRO) auf Automatik in den meisten Fällen sehr gut, genau wie die Sony Alpha DSLR's, somit besser als die Sony Cybershot Kompaktkameras. Die intelligente Automatik iA+ geht sogar noch einen Schritt weiter und erstellt, wenn der Kamera der Dynamikumfang ausgeht, automatisch ein HDR-Bild. Dies zu provozieren ist allerdings nicht einfach, weil der Sensor der a6000 über einen sehr hohen Dynamikumfang verfügt. Selbst direkt in die Sonne fotografiert, davor ein Haus im Schatten und die Kamera macht kein HDR-Bild sondern hellt nur per DRO die Schatten auf. Abgesehen von der Sinnhaftigkeit eines solchen Bildes ist das Ergebnis der a6000 hier einfach absolut beeindruckend. Diese Gutmütigkeit der Kamera macht sie zum Kauftip für alle, die einfach eine bessere Schnappschusskamera wollen und gar keine Lust haben, sich weitergehend mit der Fotografie zu befassen. Wer genau so etwas sucht, kann hier aufhören zu lesen und einfach die a6000 kaufen.
Die Bildqualität der a6000 ist einfach großartig. Wie alle Alphas produziert sie knackige Bilder mit sehr realistischen Farben. Die hohe Auflösung von 24mp bietet prinzipiell im Nachhinein noch viel Freistellpotential. Allerdings gibt es kaum Objektive, welche die hohe Auflösung unterstützen. Wer ohnehin nur JPEG fotografiert, kann die Auflösung daher ruhig auf 16mp herunterstellen, sofern nicht in Obektive investiert wurde die ein vielfaches der Kamera kosten. Für RAW-Fotografen ist die hohe Auflösung ein handfester Nachteil, müssen sie doch immer die großen RAW-Files übertragen und bearbeiten, auch wenn wohl nur an wenigen a6000 Objektive montiert sind, die diese Auflösung wirklich bieten. Und obwohl die Rausch- und Dynamikwerte der a6000 sehr gut sind, hätte ich gerne eine a6000 mit weniger Megapixeln, die dann dafür noch bessere Rausch- und Dynamikwerte liefert. Und kleinere RAW-Dateien, die besser zu bearbeiten sind. Die Videoqualität der a6000 ist sehr gut, mit Codecs bis zu Full-HD bei 60Hz, für die meisten Hobbyanwender wird die a6000 auch gleich die separate Videokamera ersetzen.
Das 1650PZ Kit-Objektiv ist auf der einen Seite ein tolles Stück Technik, welches aus der a6000 ein hochgradig portables System macht welches nur wenig größer, aber viel besser als eine Kompaktkamera ist. Obwohl es ein Power-Zoom Objektiv ist, also elektronisch und nicht mechanisch gezoomed wird, bedient es sich fast wie ein Objektiv mit mechanischem Zoom. Leider wird seine Bildqualität dem Body in keinster Weise gerecht. Selbst im Zentrum ist die Auflösung und Schärfe bestefalls OK, die Ränder fallen gerade im Weitwinkel extrem ab. Die RAW-Dateien zeigen zum Teil, woran das liegt. Um ein so kleines Zoom-Objektiv für APS-C zu bauen, musste Sony massiv Kompromisse eingehen. Die Verzeichnung ist zu den Ecken hin schon extrem und wird elektronisch korrigiert. Das aber so eine extreme Korrektur zu Lasten der Bildqualität geht, ist klar. Das Objektiv vignettiert dann auch sehr stark, was für die JPEG's entsprechend korrigiert wird. Problematisch wird bei Motiven mit dunklen Ecken. Es ist dann schon vom Motiv her dunkel, die Vignettierung dunkelt die dunklen Ecken noch weiter ab und die Bereiche werden geclippt, d.h. dort ist auf dem Bildsensor keine verwertbare Information mehr vorhanden. Um die Vignettierung loszuwerden, werden die Ecken dann aufgehellt, dort findet sich aber nur noch Rauschen welches sich dann meistens blau in den eigentlich dunklen Ecken darstellt. Nun sollte man auf das 1650PZ nicht völlig verzichten. Es ist beim Neukauf so billig, daß man es mit erwerben sollte. Die jackentaschentauglichkeit ist schon ein echter Punkt für die a6000/1650PZ Kombo. Und mal ehrlich: nimmt man die kleine Kombo z.B. mit auf den Spielplatz um dort den Nachwuchs beim Spielen zu fotografieren und schaut sich die Bilder hinterher auf dem heimischen flachbild-TV an, werden diese Probleme wohl höchstens Experten auffallen. Mit den meisten Kompaktkameras unterhalb der Premium-Klasse kann es die a6000 auch mit dem 1650PZ aufnehmen. Aber klar ist auch, daß die Abbildungsleistung des 1650PZ der a6000 nicht gerecht wird.
Als zweites Objektiv war das 18200LE als typisches Reisezoom im Test. Es gibt zwei weitere 18200 Objektive (ohne LE) von Sony. Diese sollen eine bessere Bildqualität als das LE bieten, sind aber auch größer, schwerer und teurer. Das LE ist eigentlich eine Tamron-Objektivkonstruktion, welche von Sony vertrieben wird. Man bekommt auch das Schwestermodell von Tamron für die Sony, und das sogar billiger. Aber nur für das LE gibt es von Sony das Update zur Unterstützung des PDAF, insofern sollte man bei der a6000 eher zur Sony Variante des Objektivs greifen. Die Bildqualität ist für ein Reisezoom durchaus in Ordnung, aber wie bei allen Vertretern dieser Klasse sollte man hier keine Höchstleistung erwarten. Es hat aber zumindest nicht die starke Verzeichnung des 1650PZ. Ich fand das Gesamtpacket aus a6000 und 18200LE aber recht unhandlich. Die a6000 ist eine leichte und sehr handliche Kamera. Der stark ausgeformte Griff trägt viel zur guten Handlichkeit bei. Das 18200LE ist an der a6000 für meinen Geschmack als immerdrauf-Urlaubsobjektiv aber zu schwer, insbesondere weil es ein stark kopflastiges Objektiv ist. Ein Zoom-Objektiv mit diesem Brennweitenbereich ist an einem APS-C Sensor einfach nicht kleiner und leichter zu machen, und das 18200LE ist ähnlich groß und schwer wie das 18-250 an der a58. Aber während das 18-250 an der a58 aufgrund des guten Griffs sehr gut zu halten ist, passt das Paket an dem viel kleineren Griff der a6000 nicht mehr so richtig gut zusammen. Als immerdrauf bietet sich statt dessen z.B. das Zeiss 16-70 an, welches aber eine viel kürzere Brennweite bietet. Für jemanden der plant, oft ein Reisezoom zu nutzen, ist das Alpha-System nicht die richtige Wahl.
Während der Autofokus wie eingangs beschrieben aufgrund der Fast-Hybrid Technologie bei gutem Licht zum aktuell besten gehört, hat die a6000 ein Familienproblem geerbt, auf Grund dessen ich schon die NEX-5R wieder verkaufte. Bei schwächerem Lichtverhältnissen bricht die AF-Performance aber massiv ein und ist eher wieder auf dem Niveau der 5R.
Dabei muß es nicht stockfinster sein, dann tun sich irgendwann alle AF-Systeme schwer. Mein Benchmark waren Tanzturniere in recht gut beleuchteten Säälen und ein Kindergeburtstag im indoor-Spielpark. Diese waren zu viel für den a6000 AF. Zu viele Momente hat die a6000 einfach verpasst, weil sie einfach nicht fokussieren konnte. Interessanterweise klappte der AF  in einem Schwarzlichtbereich wieder recht gut, vermutlich weil hier die spärliche Beleuchtung doch recht gute Kontraste abgab.
Davon abgesehen gibt es an der a6000 wenig auszusetzen. Wenn man plant, häufig mit Travel- oder Telezoom unterwegs zu sein, muß man sich entweder auf das Gewicht und Packmaß einstellen, oder  nach einer Alternative mit kleinerem Sensor umschauen. Die AF-Probleme bei schwächeren Lichtverhältnissen schränkt die Nutzung für mich zu stark ein, gerade mit meiner Indoor-Sport und -Kinder fotografie. Aber dafür belohnt die a6000 mit sehr guter Bedienbarkeit und hervorragender Bildqualität. Die AF Performance ist bei ordentlichem Licht spitze und eine sehr gute Videoqualität gibt es obendrauf. Ganz nebenbei ist die a6000, wie mittlerweile alle Sonys, ein wahres Ausstattungsmonster. Ob Schwenkpanorama, HDR oder Multi-Frame-Noise-Reduction: der a6000-Anwender braucht auf nichts zu verzichten. Und ganz wichig: die a6000 macht Spaß. Wer mit den Einschränkungen bzgl. AF und Reisezoom leben kann, macht mit der a6000 nichts verkehrt.

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Erfahrungsbericht Sony Alpha a58


Die Nikon D3300 ging wegen Bedienungsproblemen zurück, die nächste Alternative war die Sony Alpha a58. Ich war immer zufrieden mit der a500, warum also nicht wieder eine Sony? Die Kamerasparte von Minolta wurde vor einigen Jahren von Sony übernommen. Neben dem eingekauften Know-How lassen sich auch alle Minolta AF Objektive direkt an den Alpha DSLR's nutzen, und davon gibt es viele heute recht günstig gebraucht zu bekommen. Sony war im DSLR-Bereich schon immer sehr innovativ, zu erwähnen hier z.B. der zweite Senor im Prisma-Buckel der a500/550, über den auch via Display mit Phase Detection AF (PDAF) fokussiert werden konnte.
Auch die SLT-Serie, der die a58 angehört, ist so eine Sony-Innovation. Anstelle eines beweglichen Spiegels besitzen die SLT Kameras einen teildurchlässigen Spiegel. Dieser leitet ständig 30% des einfallenden Lichts auf die Phasensensoren. Hierdurch kann nicht nur bei Benutzung des Displays der PDAF genutzt werden wie bei a500/550/580. Auch bei Video kann hiermit ständig per Phasensensoren der Fokus nachgeführt werden, ohne daß das Video wie bei Verwendung von Contrast Detect AF (CDAF) Systemen pumpt. Die Kehrseite der Medaille: es gehen ständig 30% des einfallenden Lichtes verloren. Dies ist erst einmal ein Grauen für jeden Fotografen, doch Sony versprach bei der Einführung der SLT-Serie, daß der Verlust durch den SLT-Spiegel durch Fortschritte in der Sensortechnik ausgeglichen werden könnte. DXOmark bestätigt das im Vergleich von a500 und a58 weitestgehend und meine eigenen Bilder zeigen im High-ISO Bereich sogar eher bessere Ergebnisse für die a58, trotz des SLT-Spiegels. Dabei hat die a58 mit 20mp eine deutlich höhere Auflösung als die a500 bei 12mp. Selbst wenn die a58 auf Pixelebene geringfügig mehr rauscht als die a500, so ist das bei 20mp nicht sichtbar.
Den aktuellen, deutlich teureren Mitbewerber von Canon, die 700D lassen übrigens beide hinter sich. Die a58 sogar sehr deutlich und das Konzept hat noch Luft nach oben. Die teurere a77 II lässt lt. DXO nicht nur die Canon 70D, sondern auch die mehr als doppelt so teure 7D Mark II hinter sich. Auch wenn sie sich in der Low-Light Disziplin um Haaresbreite der Canon geschlagen geben muß, liegt sie in der Gesamtwertung vorne. Der bei Canon übliche, unterdurchschnittliche Dynamikumfang kostet hier die 7D Mk II den Gesamtsieg im Sensor Kapitel.
Die Sony-Sensoren zeichnen sich allesamt dadurch aus, dass sie noch unglaubliche Reserven in den RAW's haben und hier auch extreme Belichtungskorrekturen oft ohne sichtbares Rauschen durchgeführt werden können. Was das konkret bedeutet, hat dpreview hervorragend im Testbericht der Canon 7D Mk II beschrieben.
Ganz klar muß aber auch gesagt werden, daß die Nikon-DSLR's von der Sensor-Leistung sowohl die Canon's, als auch die Sony's deutlich hinter sich lassen.
Die JPEG-Engine der Alphas arbeitet zuverlässig, ganz im Gegensatz zu der JPEG-Engine der Sony Cybershot Kompaktkameras, welche mir nicht sehr gefällt. Sony's Dynamikoptimierer DRO verrichtet einen sehr guten Job und kann getrost auf Automatik belassen werden. Schatten werden hiermit effektiv aufgehellt, so daß man die Belichtung an den Highlights ausrichten kann (Exposure to the right, ETTR). Das erledigen die Alphas normalerweise aber auch sehr gut automatisch, sie tendieren eher dazu, etwas knapp zu belichten so daß man ggf. nur die Schatten aufhellen muß. Dies ist wiederum aufgrund der hohen Reserven der Sony-RAW's selten ein Problem. Das führt belichtungstechnisch zu einem sehr gutmütigen Verhalten der a58. Sie lässt sich sehr gut auf Automatik nutzen, und wenn sie mal daneben liegt dann eher nach unten was einfach zu korrigieren ist.
Die a58 hat wie wie alle Alpha DSLR/SLT's einen Bildstabilisator per Sensor-Shift eingebaut, bei Sony SteadyShot genannt. Dies bedeutet, dass alle unstabilisierten Objektive an der a58 stabilisiert genutzt werden können.
Bedingt durch das SLT-Konzept hat die a58 keinen optischen, sondern einen elektronischen Sucher. Die Meinungen gehen hier sehr auseinander, ich persönlich bevorzuge elektronische Sucher (EV, Electronic Viewfinder) wenn sie gut sind. Der Sucher der a58 ist für meinen Geschmack sehr gut, ich würde ihn nicht gegen einen optischen tauschen wollen. Die Handling-Vorteile liegen auf der Hand, die EV's können wesentlich mehr und flexibler Informationen anzeigen. Bei der a58 lässt sich sowohl das schnell-, als auch das Hauptmenü komplett im Sucher bedienen. Gerade beim Schnellmenü ist das ein großer Vorteil, weil sich dadurch schnell ein Aufnahmeparameter ändern lässt ohne dass man dabei das Motiv aus dem Sucher verliert.
Auch bietet die a58 mit dem EV Funktionen, die man so eher von CDAF-Systemen kennt wie Gesichtserkennung incl. Rahmen um die erkannten Gesichter oder Tracking-AF mit Rahmen um das verfolgte Objekt.
Das Kit-Objektiv wird der Sensorleistung der a58 allerdings nicht gerecht. Es ist OK, kein Totalausfall, aber eindeutig das schwächste Glied der Kette und kein Vergleich zum recht guten Kit-Objektiv der D3300.
Insgesamt ist die a58 eine hochgradig einsteigerfreundliche DSLR (bzw. SLT). Die Automatiken arbeiten zuverlässig und der leistungsfähige Sensor verzeiht auch stärkere Fehlbelichtungen. Das AF-System wirkt unspektakulär, verrichtet seinen Diest aber problemlos. Und die Feature-Liste lässt den Kompakt-Aufsteiger nichts vermissen. Von Gesichtserkennung mit Lächelauslöser bis Schwenkpanorama ist alles dabei. Sie kann wie eine Kompaktkamera auch komplett über das Display genutzt werden, aber der EV ist auch sehr gut.
Ich hatte sie einen ganzen Sommer im Einsatz. Sie mußte am Ende gehen, weil mir eine DSLR doch zu groß und schwer ist, weshalb die a58 zu oft zu Hause blieb. Zum Beispiel war ich auf einer Bergwanderung nur mit der RX100 unterwegs, weil ich keine Lust hatte die a58 mitzuschleppen. Mit 18-270 Travelzoom immerhin über 1kg. Wer bereit ist, so viel Gewicht mit sich herumzuschleppen, bekommt mit der a58 eine hervorragende Einsteiger-DSLR. Dazu noch zu einem Schnäppchen-Preis: neulich stand sie im örtlichen Technik-Discounter für € 333,- incl. Tasche und SD-Karte. Damit kann man nicht viel verkehrt machen, die a58 macht auf jeden Fall viel Spaß.

ANC Over-Ear Anwenderbericht: Sony WH-1000XM5 vs WH-1000XM4 vs Sennheiser Momentum 4

Dies ist kein vollständiger Test, sondern nur eine Sammlung von Punkten, die mir beim Vergleichen der drei Kopfhörer aufgefallen sind und di...